Schlagwortarchiv für: Aluminium

FORUM ALUMINIUM 2023 – eine äußerst erfolgreiche Premiere

Das Who’s who der europäischen Aluminiumindustrie traf sich von 4. bis 6. Juli 2023 am Glanzstoff-Areal in St. Pölten, Österreich. Die Premiere der Fachkonferenz FORUM ALUMINIUM 2023 stieß auf großes Interesse und regen Zuspruch. Sie bot eine einzigartige Kombination aus technischem, wirtschaftlichem sowie politischem Know-how und fungierte als Wegbereiter wichtiger Zukunftsthemen.

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Aluminium: The Critical Raw Material Act’s Blind Spot

The EU’s Critical Raw Materials Act (CRMA), unveiled earlier this year, is a landmark piece of legislation in Europe’s journey towards a more sustainable and competitive industrial future. Despite its promising elements, the current proposal omits a component that is key to Europe’s smooth transition to a greener economy and increased industrial resilience: aluminium.

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Aluminiumrecycling als Chance für die Baubranche

Eines der wichtigen Themen unserer Zeit ist der Klimawandel. Während der Messe BAU 2023 wurden vielfältige Ideen und Lösungen diskutiert. Ziel ist es die Nachhaltigkeit in der Bauindustrie zu erhöhen, damit die Branche ihren Teil zum Klimaschutz und der Energiewende beitragen kann. Der A|U|F e.V. leistet dazu bereits einen Beitrag, über den die Messebesucher am Gemeinschaftsstand mehr erfahren konnten.

Kein Unternehmen kann sich den Auswirkungen des Klimawandels und einer umwelt- und ressourcenschoneden Verwendung von Baumaterial ernsthaft verschließen. Für das Bauen mit Aluminium liefert diese Diskussion jedoch gute Argumente: Der Werkstoff kann ohne Qualitätsverluste und mit niedrigem Energieaufwand ausgezeichnet wiederverwertet werden.
Das Einschmelzen von gebrauchtem Aluminium benötigt nur fünf Prozent der ursprünglich eingesetzten Energie und reduziert den CO2-Footprint. Ziel der Initiative A|U|F ist es deshalb, das Material aus Bauanwendungen innerhalb eines geschlossenen Stoffkreislaufs in Europa zu halten und das auch zu dokumentieren. Die Bedeutung von Recycling und geschlossenen Wertstoffkreisläufen wächst stetig. Der von der A|U|F initiierte Recyclingkreislauf erfüllt alle Anforderungen des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes und des Ressourcheneffizienzprogrammes der Bundesregierung. Die Aktivitäten des A|U|F verstehen sich zudem als Teil des Europäischen Green Deal, zu dessen essenziellem Kern die Kreislaufwirtschaft gehört.

Erfolge sprechen für sich

Der A|U|F e.V. hat sich das Recycling von Aluminiumschrotten aus Bauanwendungen schon vor mehr als 25 Jahren zur Aufgabe gemacht. Heute existiert ein bundesweites Netz von qualifizierten Sammelstellen für Alt-Aluminium und Fertigungsreste. Mehr als 200 Mitglieder sammeln den anfallenden Aluminiumschrott und sorgen dafür, dass dieses Material in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird. Im Jahr 2021 betrug die angefallene oder entsorgte Aluminiumschrottmenge aus dem Hochbaubereich in Deutschland mehr als 125.000 Tonnen. Davon wurden 76.183 Tonnen über den A|U|F erfasst und zertifiziert.

Moderne Technik für saubere Schrotte

Die gesammelten Aluminium-Schrotte werden von zertifzierten Betrieben nach höchsten technologischen Standards aufbereitet. In Schreddern werden die Bauteile zerkleinert, von Lacken befreit und mittels Laser-Verfahren von Fremdmaterialien getrennt. Während des gesamten Prozesses werden kontinuierlich Analysen durchgeführt. Die sortenreinen Aluminiumschrotte gehen anschließend an deutsche oder europäische Gießereien, die daraus erneut Pressbolzen herstellen. Moderne Strangpressunternehmen produzieren damit hochwertige Profile, die von den Systemanbietern wieder an Metallbaubetriebe geliefert werden. Dort entstehen neue, maßgefertigte Fenstern, Türen und Fassaden.
Auch wenn der Kreislauf zuverlässig funktioniert: Die Umweltpartner des A|U|F entwickeln permanent neue innovative Verfahren, um die Trennung der Stoffströme und die Qualität der Recyclate weiter zu verbessern.

Innovationstreiber der Baubranche

In Ausschreibungen und Vergaberichtlinien wird das Recycling der verbauten Fenster- und Fassaden in zunehmendem Maße bereits vorgeschrieben. Mitglieder des A|U|F haben hier eindeutige Vorteile: Ein jährlich aktualisiertes Zertifikat bestätigt den verantorotungsvollen Umgang mit dem Wertstoff Aluminium.
Für Architekten, alle Bauherren und auch Kommunen wird die Bewertung von Baustoffen unter den Aspekten der Nachhaltigkeit immer wichtiger. Ressourceneffizienz, Rückbaubarkeit und Kreislaufwirtschaft sind Innovationstreiber für die Baubranche. Die derzeitige Energie- und Rohstoffsituation bekräftigt das Engagement zusätzlich: In den nächsten Jahren ist mit einer massiv steigenden Nachfrage nach Aluminiumschrotten zu rechnen. Gleichzeitig wird die Produktion von Primäraluminium immer schwieriger. Die Rücklauf- und Sammelquoten werden steigen, davon gehen Fachleute aus.“Wir versuchen, die am Weltmarkt stark nachgefragten Knetlegierungen für den Baubereich in Deutschland und Europa zu sichern. Gebrauchtes Aluminium ist eine wertvolle Rohstoffquelle zur Metallversorgung der verarbeitenden Betriebe, gerade auch in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland. Zusamen mit unseren Mitgliedern arbeiten wir daran, diese Materialien in Europa zu halten und nicht quer durch die Welt zu transportieren“, betont der A|U|F-Vorstandsvorsitzende Thomas Lauritzen. Auch auf der Messe waren wir deshalb präsent, und haben Messebesucher über die Ziele des A|U|F und seiner Mitglieder informiert“, so Lauritzen.

ALBA weiht neue Recycling-Anlage für Aluminium ein

Der Recyclingspezialist und A|U|F-Umweltpartner ALBA hat am Standort Hoppegarten eine neuartige lasergestützte Aluminium-Sortieranlage in Betrieb genommen. Der A|U|F-Vorstandsvorsitzende Thomas Lauritzen und sein Vorgänger Walter Lonsinger waren bei der Inbetriebnahme vor Ort und informierten sich bei Thorsten Greb, Vorstand der Stahl- und Metall-Sparte bei ALBA, über die innovative Anlagentechnologie. Mit der Laser-Technologie LIBS kann ALBA Aluminium sortenrein trennen und der Industrie so einen recycelbaren und klimaschonenden Rohstoff liefern.

Die neue Aluminium-Sortieranlage ist die erste kommerzielle Anwendung einer laserbasierten Sortier-Technik. Kombiniert werden dabei zwei Verfahren mit dem Ziel, die Legierung der Schrottteile genau zu bestimmen. Genau das gewährleistet die Hoppegarten-Anlage, die anfangs aufgrund der zu erwartenden positiven Nachhaltigkeits- und Kosteneffekte Aluminiumschrott sortiert, grundsätzlich aber alle metallischen Werkstoffe für die spätere Weiternutzung trennen kann. In einem ersten Schritt werden die etwa handtellergroßen Schrottstücke wie zum Beispiel ausgestanzte Bleche auf einem Fließband transportiert. Kameras inspizieren jedes einzelne Teil und identifizieren mehrere Prüfpunkte. Dann kommen die Hightech-Laser an diesen Prüfpunkten zum Einsatz: zunächst zum Reinigen der Oberfläche von Dreck und Deckschichten bis aufs Grundmetall – anschließend mit punktuellen Laserpulsen direkt auf das Schrottteil. Die Folge: Das Material verdampft, aus den Lichtemissionen der Metallatome wird die chemische Zusammensetzung ermittelt. Eine Ausblas-Einheit am Ende des Prozesses sorgt mittels Luftdrucks für die Trennung der Schrottstücke. Durch eine solche laserbasierte Sortier-Technik – im Fachjargon spricht man von laserinduzierter Plasmaspektroskopie LIBS (Laser Induced Breakdown Spectroscopy) – kann künftig der Schrott entsprechend seiner Legierungsanteile zielgenau zur Schmelze gebracht werden.

„Das Recycling von Aluminium hat schon lange enorm positive Auswirkungen auf den Energie- und Ressourcenverbrauch“, sagt Thorsten Greb. „Die LIBS-Technologie hebt in dieser Hinsicht weitere Potenziale und setzt für unsere Branche ganz neue Maßstäbe. Die Möglichkeit aus vermischten Post-Consumer-Schrotten oder Altschrotten wieder sortenreine Qualitäten für den Einsatz in der Primärproduktion herzustellen, ermöglichen zusätzliche Energieeinsparungen und reduzieren zudem die Abhängigkeit in der Rohstoffversorgung. Beides sind für die europäischen Aluminiumproduktion wichtige Aspekte, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Einladung zum AFI-Impulstreffen am 24.05.2023

Am 24.5.2023 informiert das Aluminium-Fenster-Institut „nachhaltig“. Der Vormittag ist den AFI-Lizenzpartnern gewidmet, der Nachmittag ist als öffentliches Event ausgerichtet. Willkommen sind alle Alu-Fenster/Fassaden- und Metallbaubetriebe, Oberflächenveredler, sowie System-, Glas- und Sonnenschutzanbieter, IT-Unternehmen, Gerätehersteller, Werkzeuganbieter und viele mehr.

Mehr Informationen und zur kostenlosen Anmeldung: Weiterlesen

Aluminium Praxis – Energie- und Ressourceneffizienz in der Aluminiumindustrie

FORUM ALUMINIUM 2023 – das Programm steht fest!

Das FORUM ALUMINIUM, das Branchen-Highlight zu Sommerbeginn, nähert sich in großen Schritten. Unter den vortragenden Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft reihen sich unter anderem Günther Apfalter (Präsident Magna Europa & Asien), Marius Baader (Managing Director Geschäftsführer Aluminium Deutschland), Martin Kocher (Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft), Gerald Mayer (CEO Austria Metall AG), Stefan Pogatscher (Professor Montanuniversität Leoben), Stefan Seidel (CTO Pankl Racing Systems), Stefan Szyszkowitz (CEO EVN) sowie Rob van Gils (CEO Hammerer Aluminium Industries), um nur einige zu nennen.

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BAU 2023 – TOP-Austeller

Die BAU ist die größte und bedeutendste Veranstaltung der Branche und ein Pflichttermin für Metallbauer.
Vom 17. bis 22. April werden in München wieder die neusten Trends und Entwicklungen gezeigt. Für Unternehmen aus Metall- und Stahlbau, Fenster und Fassade gibt es viel zu sehen. Die Highlights der Aussteller hat metall-markt.net für Sie in der Ausgabe 02/23 zusammengefasst und nach Hallen geordnet:

Zum Wegweiser

Auf Seite 157 finden Sie einen Artikel über den AIUIF.

Der AIUIF ist mit dem Thema „Aluminium-Wertstoffkreislauf für Alu-Bauelemente und Sicherung der Aluminiumversorgung in Europa“ Mitausteller bei der ift-Sonderschau „Klimasicher Bauen“ in der Halle C4, Stand 502. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Interzero seit 1. Januar 2023 AIUIF-Umweltpartner

Der AIUIF heißt Interzero (Köln) als Umweltpartner herzlich willkommen! Interzero und der A|U|F freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Interzero geht damit einen weiteren wichtigen Schritt in der Umsetzung ihrer Vision einer Welt ohne Abfall.

Die Rückführung von Aluminium in den Wirtschaftskreislauf schafft deutliche ökologische sowie ökonomische Vorteile.

Interzero ist bundesweit aktiv und entwickelt seit 1991 maßgeschneiderte Umwelt- und Systemdienstleistungen für Kunden aus allen Branchen mit dem Ziel Kreisläufe zu schließen, Abfälle zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.

Um sich für die Zukunft innovativ aufzustellen, arbeitet Interzero kontinuierlich an digitalen Kreislaufwirtschaftslösungen.

Newsletter 07/22 | Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für die Zukunft des Bauens und Betreibens

  1. Unsere heutigen Themen: 
    1. Zirkuläre Wertschöpfung für Bau- und Immobilienwirtschaft unverzichtbar
    2. 5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung 2022 – Ergebnisse
    3. NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur besucht re!source Gründungsmitglied
    4. Prof. Dr.-Ing. Gunnar Grün, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, im Gespräch mit re!source
    5. VDI Materialdatenbank unterstützt Ressourcenwende
    6. Modell für deutsche Kreislaufwirtschaft entsteht
    7. Holz ist nicht nur Baustoff – Alte Wälder sind auch wichtige CO2-Senke
    8. Online-Ressourcencheck für recyclinggerechtes Bauen
    9. Eckpunkte einer Nationalen Biomassestrategie
    10. Material und Architektur
    11. Förderaufruf Ressourceneffizienz und Circular Economy
    12. Banken haben aktiven Umgang mit Klimarisiken erst wenig ausgebaut
    13. Teilsanierung für Kreislaufwirtschaft und Urban Mining
    14. Termine

    Zirkuläre Wertschöpfung für Bau- und Immobilienwirtschaft unverzichtbar

    Die 5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung brachte es auf den Punkt: Ohne das Potenzial der Bau- und Immobilienwirtschaft ist die Transformation der Wirtschaft auf dem langen Weg zur Ressourcenwende und zur CO2-Neutralität nicht zu schaffen. Echter Kreislaufwirtschaft kommt in diesem bedeutenden Wirtschaftszweig eine Hauptaufgabe zu. Denn umfassende Ressourcenschonung wird erst dann erreicht, wenn Baustoffe, Materialien und Bauteile möglichst lange wiederverwendet und im Materialkreislauf gehalten werden. Forschung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sind hier schon viel weiter als noch vor einigen Jahren erwartbar gewesen ist. Jetzt gilt es, von Vornherein in Lebenszyklen zu planen und neue Lösungen zur Wiedergewinnung von Rohstoffen aus den gewaltigen Abfallströmen der Bauwirtschaft in industriellem Maßstab zu etablieren. Dazu müssen die vielfältigen Erkenntnisse in die Umsetzung gebracht werden und die Rahmenbedingungen den neuen Anforderungen entsprechend gestaltet werden. Positive Anreize aus der Politik sind willkommen!

    Annette von Hagel              Rolf Brunkhorst
    Geschäftsführende Vorstände

    re!source Stiftung
    Foto: re!source/Mara v. Kummer

    5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung 2022 – Ergebnisse

    Auf der diesjährigen Konferenz der re!source Stiftung trafen sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um sich über die Voraussetzungen für eine umfassende Ressourcenwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft auszutauschen. Die wesentlichen Ergebnisse lesen Sie hier. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Verknappung und Verfügbarkeit von Ressourcen in Deutschland und in Europa, begleitet von neuen Entwicklungen zur Ressourcenwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie die Vorreiterrolle der öffentlichen Hand.

    Gleich zu Beginn der Konferenz versprach Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, in ihrem Grußwort, das klimafreundliche Sanieren und Bauen voranzubringen. „Dafür müssen wir zukünftig den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden stärker berücksichtigen, um auch die sogenannten grauen Emissionen zu reduzieren. Das soll zu einer wichtigen Ziel-, Planungs- und Nachweisgröße im Bauwesen werden“, sagte die Ministerin. Insgesamt, so Klara Geywitz, wolle die Bundesregierung viel stärker auf Kreislaufwirtschaft setzen. Weiterlesen

    Rückblick
    Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG im Gespräch mit NRW Ministerin Mona Neubauer
    Foto: MWIKE NRW/M. Hermenau
    Ministerin Neubaur mit Schüco-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern
    Foto: MWIKE NRW/M. Hermenau

    NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur besucht re!source Gründungsmitglied

    NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat Anfang Oktober im Rahmen ihrer Circular Economy-Tour Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe besucht, darunter auch die Schüco International KG, Gründungsmitglied der re!source Stiftung. Ministerin Neubaur erläuterte dazu: „Ostwestfalen-Lippe ist die Heimat vieler Hidden Champions und eine Herzkammer der Innovation. Das gilt auch für die Circular Economy. Weiterlesen

    Im Gespräch
    In unserer neuen Rubrik wollen wir Vertreter unserer Mitglieder und Kooperationspartner zu Wort kommen lassen oder auf andere interessante Interviews zu Themen der Ressourcenwende in der Fachpresse hinweisen.

    Prof. Dr.-Ing. Gunnar Grün, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, im Gespräch mit re!source

    Gunnar Grün ist Bauingenieur und seit 2019 Professor für das Lehrgebiet der Bauphysik an der Universität Stuttgart. Seit 2016 ist er stellvertretender Leiter am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. Unsere Redaktion sprach mit Gunnar Grün über neue Lösungen zur Nutzung von Bauschutt, einem der weltweit größten Abfallströme:

    Herr Prof. Grün, bei der Jahreskonferenz der re!source Stiftung im September 2022 haben Sie auch Lösungen für die Nutzung von Bauschutt vorgestellt, um qualitativ hochwertige, homogene und schadstoffneutrale Rezyklate zu erzeugen. Worum geht es dabei?
    Wir wollen ein echtes Recycling von Baustoffen ermöglichen, also eine qualitativ gleichwertige Weiterverwendung von sekundären Rohstoffen aus Abbruchmaterialien und Bauschutt. Damit wollen wir letztlich Baumaterialien aus anthropogenen Rohstoffquellen wiedergewinnen. Außerdem möchten wir die Akzeptanz für Baustoffe erhöhen, die aus sekundären Rohstoffen hergestellt werden. Denn es gibt nach wie vor Vorurteile gegenüber Bauprodukten aus Bauschutt, wonach deren Qualität nicht dem Original-Material entspräche oder Heterogenität und Schadstoffbelastungen den Wiedereinsatz verhindern würden. Das IBP hat jedoch mittlerweile Verfahren entwickelt, welche diese Bedenken widerlegen. Außerdem: Ressourcenschonung ist auch Klimaschutz! Durch Bereitstellung lokaler Ressourcen werden Transportkosten reduziert und transportbedingte CO2 Kosten verringert. Weiterlesen

    Ressourcenwende

    VDI Materialdatenbank unterstützt Ressourcenwende

    Das im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) angesiedelte Zentrum Ressourceneffizienz bietet mit seiner im Aufbau befindlichen Materialdatenbank ein Werkzeug für den Einsatz von Sekundärrohstoffen an. Zielgruppe sind Unternehmen, die bislang erst über wenig Erfahrung mit „der Verwertung, dem Ankauf und der Veräußerung von Stoffen haben, die in der Produktion anfallen.“ Weiterlesen

    Modell für deutsche Kreislaufwirtschaft entsteht

    Der WWF (World Wildlife Fund) hat im September eine umfassende Modellierung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit dem Ökoinstitut, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung sowie der Freien Universität Berlin soll auf der Basis des Modellvorhabens bis März 2023 eine Roadmap für die deutsche Politik entstehen, die alle Sektoren, Produkte und Rohstoffe einschließt. Ziel ist die Beteiligung am Stakeholder-Prozess der Bundesregierung für eine deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie. Weiterlesen

    Foto: Pixabay/beech-gecc4345c2_1920

    Holz ist nicht nur Baustoff – Alte Wälder sind erhaltenswerte und wichtige CO2-Senke

    Der Waldverlust hat mit 5 % der gesamten Waldfläche in Deutschland dramatische Züge angenommen. Erstmalig sei der deutsche Wald keine Kohlenstoffsenke mehr, berichtet Steffen Selbert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einem Standpunkt im Tagesspiegel. Damit stünde eine fortgesetzte Waldnutzung den Klimazielen entgegen. Dies ist aber nicht nur ein Problem des Klimaschutzes. Es betrifft besonders stark auch die Bauwirtschaft. Weiterlesen

    Online-Ressourcencheck für recyclinggerechtes Bauen

    Das Zentrum Ressourceneffizienz im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bietet seit Kurzem einen Online-Ressourcencheck für „Recyclinggerechtes Konstruieren im Bauwesen“ an. Mit der Beantwortung von sechs Fragen aus den Bereichen Produktentwicklung, Materialeffizienz und Digitalisierung erhält man für alle Arten von Gebäuden schnell eine nach dem Ampelsystem gestaltete und downloadbare Auswertung des Ressourcen-Einsparpotenzials. Weiterlesen

    Politik

    Eckpunkte einer Nationalen Biomassestrategie

    Die Bundeministerien für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) haben Anfang Oktober gemeinsame Eckpunkte für eine Nationale Biomassestrategie (NABIS) vorgelegt, die 2023 kommen soll. Hintergrund ist ein Flächennutzungskonflikt für das Biomassenpotenzial in Deutschland. Denn verfügbare Flächen könnten auch für den Siedlungsbau, Verkehrsinfrastrukturprojekte, Gewerbeansiedlung, den Ausbau erneuerbarer Energien oder den Anbau von Futtermitteln verwendet werden.Weiterlesen

    Forschung und Wissenschaft

    Material und Architektur

    Prof. Dr.-Ing. Annette Hillebrandt, Gründungsmitglied der re!source Stiftung und Inhaberin des Lehrstuhle für Baukonstruktion, Entwurf, Materialkunde und Baukonstruktion an der Bergischen Universität Wuppertal, hat einen kritischen und zugleich spannenden Beitrag zum Thema „Material und Architektur“ in der Architekturfachzeitschrift DBZ (Deutsche BauZeitschrift) veröffentlicht. Inhaltlich geht es ihr zunächst um die oft gedankenlose und lediglich an finanziellen Aspekten orientierte Nachfrage nach Baumaterialien, die weder natürlich, nachhaltig und rezyklierbar sind, eine Suggestion davon aber für ein erfolgreiches Marketing einsetzen. Weiterlesen

    Förderaufruf Ressourceneffizienz und Circular Economy

    Mit einem Förderaufruf „Ressourceneffizienz und Circular Economy“ innerhalb des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung hat das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz (BMWK) am 7.10.2022 auf zwei komplementäre Förderbereiche hingewiesen und zur Einreichung von Forschungsprojekten sowie zur Weiterentwicklung von Einzeltechnologien aufgefordert. Weiterlesen

    Sustainable Finance

    Banken haben aktiven Umgang mit Klimarisiken erst wenig ausgebaut

    Die Europäische Zentralbank hat den Umgang von 186 europäischen Banken mit Klima- und Umweltrisiken überprüft und dazu Anfang November 2022 einen kritischen Bericht veröffentlicht. Zusammen vertreten die von der europäischen Bankaufsicht geprüften Banken, darunter 107 bedeutende Institute, eine Bilanzsumme von 25 Billionen Euro. Mehr als 80 % der untersuchten Institute kommen zu dem Ergebnis, dass Klima- und Umweltrisiken einen wesentlichen Einfluss auf ihr Risikoprofil und ihre Strategie haben. 70 % sehen dieses Risiko innerhalb des Planungshorizonts von drei bis fünf Jahren. Der Bericht hebt hervor, dass zwar 85 % der geprüften Institute „grundlegende Praktiken“ eingeführt haben, es allerdings an „methodischer Raffinesse“, an der „Verwendung detaillierter Risikoinformationen“ sowie an einem „aktiven Management“ des Portfolios und des Risikoprofils mangele. Weiterlesen

    Best Practice
    Foto: BHG Berlin Immobilien GmbH & Co. KG/Franz Brueck

    Teilsanierung für Kreislaufwirtschaft und Urban Mining

    Die Bayerische Hausbau beschreibt in einer gemeinsam mit EPEA und MADASTER herausgegebenen Fallstudie die Teilsanierung des Huthmacher-Hauses, eines sechzehnstöckigen Gewerbehochhauses aus dem Jahr 1957 in der Berliner CityWest mit einer Nutzfläche von 15.800 qm. Die Nachhaltigkeitspotenziale des markanten Gebäudes wurden im Vorfeld mit Blick auf Kreislaufwirtschaft und Urban Mining identifiziert. Weiterlesen

    Termine

    01.12.2022 –
    6th European Resources Forum

    Das Umweltbundesamt (UBA) lädt zum ERF 2022online ein. Die Konferenz bietet rund 20 Plenar- und Parallelsitzungen zu einem breiten Spektrum interessanter und innovativer Themen für eine nachhaltige Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Die Teilnehmenden erwarten 90 Referent*innen und 700 Teilnehmende aus 50 Ländern. Das vorläufige Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Konferenz-Website.

    02.12.2022 –
    BPIE Abschlussveranstaltung im Projekt „Kreisläufe konstruieren – Innovationschancen für den Gebäudesektor“

    Das Buildings Performance Institute (BPIE) Deutschland stellt am 2.12.2022 in Berlin zum Abschluss des oben genannten Projekts einen „Fahrplan für Deutschland – Integration einer Lebenszyklusperspektive für Gebäude“ vor. Eine Anmeldung wird in Kürze auf der Website des BPIE möglich sein.

    Mitgliedschaft

    re!source Stiftung e. V. – Werden Sie Mitglied!

    Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstreichen Sie die Verantwortung Ihres Unternehmens oder Ihrer Organisation im Kernbereich des nachhaltigen Ressourceneinsatzes.

    Das möchte die re!source Stiftung erreichen:

    • Bessere Rahmenbedingungen und Mechanismen für nachhaltige Bauprodukte
    • Alternativen für abnehmende und knappe Ressourcen finden
    • Aufbereitung von Sekundärrohstoffen im Inland und in Europa stärken
    • Zirkuläre Wertschöpfung in der Bau- und Immobilienwirtschaft voranbringen
    • Gebietskörperschaften und deren Bauvorhaben gezielt einbinden
    • Initiativen für bessere gesetzliche Rahmenbedingungen entwickeln
    • Netzwerke aus Bau-Wissenschaft und -Praxis ausbauen und aktivieren
    • IT-Tools für die Dokumentation des Ressourceneinsatzes bekanntmachen

    Und deshalb sollten Sie dabei sein:

    • Sie können die politische Willensbildung und Umsetzung mitgestalten und somit langfristig wirkende Marktentwicklungen aktiv begleiten.
    • Sie sind eingeladen, die Kommunikationswege der re!source in einem starken Netzwerk mitzunutzen und zu einem wirkungsvollen Agendasetting beizutragen.
    • Die damit erreichten wirtschaftlichen Potenziale der Ressourcenwende können für Sie zum First-Mover-Vorteil werden.
    • Sie können an Forschungsprojekten mit hochkarätigen Fachleuten, Lehrstühlen und Instituten mitwirken.

    Weitere Informationen auf der Website der re!source Stiftung e.V.