Erfolg für AIUIF-Initiative in München

Im direkten Dialog konnte der A|U|F jetzt die Sachlage klären und ein konstruktives Verhältnis zu den Fachämtern aufbauen. Gemeinsames Ziel: Förderung des Kreislaufgedankens im Baubereich. Die Landeshauptstadt möchte vorbildlich im Gebäudebereich sein. Dazu zählen der sparsame Umgang mit Rohstoffen und Energie und die Reduzierung von Umweltbelastungen. Ferner sollen gesunde Wohnverhältnisse geschaffen und günstige Energie- und Lebenszykluskosten erreicht werden. Für Baustoffe gilt, dass nur Materialien verwendet werden dürfen, die mit geringem Energieaufwand und geringen Schadstoffemissionen hergestellt, verarbeitet oder eingebaut werden, Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen nicht beeinträchtigen sowie umweltschonend unterhalten, wiederverwendet oder beseitigt werden können. Das Konzept verabschiedete der Rat im Jahre 1995, seitdem sind diese gesetzten Rahmen bei öffentlichen Gebäuden oder der baulichen Nutzung städtischer Grundstücke umzusetzen.

Nicht zulässig…

Der Kriterienkatalog der Landeshauptstadt München umfasst nicht nur allgemeine Nachhaltigkeits- Empfehlungen, sondern auch konkrete Verwendungsverbote oder Verwendungseinschränkungen. Für Aluminiumbauteile heißt es wörtlich: „Nicht zulässig sind insbesondere: …Aluminium im großflächigen Einsatz.“ Im Nachsatz wird dieses grundsätzliche Verbot eingeschränkt: „Der großflächige Einsatz von Aluminium ist möglich, wenn das eingesetzte Material nachweislich zum überwiegenden Teil aus Sekundäraluminium hergestellt wurde.“ Die Landeshauptstadt hat damit weit über die Stadtgrenzen hinaus den Eindruck vermittelt, der großflächige Einsatz von Aluminium im Baubereich sei unerwünscht. Die Formulierung „zum überwiegenden Teil aus Sekundäraluminium“ führt zu Unsicherheiten bei Ausschreibungen und Leistungsverzeichnissen.

…mit Einschränkungen

Der A|U|F hat diese Aussagen zum Anlass genommen, über die Münchner Stadtbaurätin Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Merk einen Dialog mit den zuständigen Dienststellen aufzunehmen. In mehreren intensiven Fachgesprächen konnte die Situation nun sowohl im Sinne der ökologischen Anliegen der Stadt wie auch aus Sicht des A|U|F zufriedenstellend gelöst werden.

Beratung ist sinnvoll

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung München brachte zum Ausdruck, die Verwendung von Aluminiumfenstern werde nicht als großflächiger Einsatz bewertet. In der Regel sind Pfosten-Riegel- Konstruktionen mit Aluminiumprofilen zulässig. Ausgeschlossen ist die Verwendung von reinem Primäraluminium beispielsweise als vollflächige Fassade oder als Dachdeckung. Das Referat empfiehlt in jedem Fall, vor Stellen des Bauantrages einen Beratungstermin bei der Hauptabteilung III Stadtsanierung und Wohnungsbau durchzuführen. Diese Klarstellung ist nicht nur von Bedeutung für Bauvorhaben in München, sondern kann auch bei restriktivem Verhalten anderer öffentlicher Behörden oder auch privater Bauherren eingesetzt werden, erklärte der Vorsitzende des A|U|F, Walter Lonsinger, nach Abschluss der Gespräche, in die mehrere Bereiche der Münchner Bau- und Umweltverwaltung einbezogen waren. Die geführten Fachgespräche hatten ferner das Ziel, die Leistungen des A|U|F und seiner Mitglieder und Partner zu positionieren. Es konnte dargelegt werden, dass die kommunale Bauverwaltung einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Umwelt- und Ressourcenpolitik leistet, wenn sie die Bestrebungen des A|U|F sowie seiner Mitglieder und Partnerunternehmen aktiv unterstützt. Es bestand Einvernehmen in der Einschätzung, dass das Recycling von Aluminium und anderen Wertstoffen im Baubereich ausgeweitet werden muss.

Bemühungen werden ausgeweitet

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Gespräche in München wird sich der A|U|F jetzt bemühen, die Ende 2018 erlassenen Standards für den Neubau von Schulen in Berlin zu diskutieren, in denen empfohlen wird, bei Außenfenstern „auf Kunststoffkonstruktionen und reine Aluminiumkonstruktionen“ zu verzichten. „Auch in Berlin“, so Walter Lonsinger, „müssen wir die Vorteile und die essentielle Bedeutung des Werkstoffes Aluminium im Baubereich sowie die Potenziale des Recyclings innerhalb geschlossener Wertstoffkreisläufe verdeutlichen.“

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