Schlagwortarchiv für: Nachhaltigkeit

“Metal Recycling Market 2023-2029” – Wachstumsforschung durch Top-Player, Entwicklungspläne, Zukunftstrends, Größe und Anteilsprognose

Dieser (112 Seiten) Bericht enthält derzeitige Zukunftschancen, Nachfragestatus, Geschäftsentwicklungspläne und aktuelle und zukünftige Aussichten mit Industrie- und Untersegmenten. Der “Metal Recycling Market”-Bericht zielt darauf ab, genaue Daten über die Bruttomarge, Gewinn und Verlust, Herstellungskostenstruktur und neueste Technologien mit neuen Produkteinführungen über den Prognosezeitraum zu liefern.

Strangpresstechnik 2023

Mit der aktuellen Ausgabe erscheint auch unser Themenheft Strangpresstechnik 2023 mit Porträts von mehr als 50 Presswerken in Europa. Schon während der Messe ALUMINIUM in Düsseldorf sind die zunehmenden Aktivitäten von Presswerken aus der Türkei auffällig geworden. Ein Trend, den auch unsere Übersicht bestätigt.

Europäische Verpackungsverordnung

Mit der Einstufung aller Verpackungen in Leistungsklassen und der Auflage, flächendeckende Infrastrukturen zu schaffen, wollen neue EU-Vorschriften das Verpackungsrecycling stärken. Der Verband Metallverpackungen e.V. (VMV) begrüßt die Vorschläge. Mit dem Vorschlag macht die EU-Kommission einen weiteren Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft. Er sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 alle Verpackungen auf dem EU-Markt wiederverwendet oder recycelt werden müssen.

Madaster: Ein Materialkataster als Hebel für echte Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor

Ein Pass für die Fassade oder das Dachfenster? Dr. Patrick Bergmann, Geschäftsführer von Madaster Deutschland, erklärt im Interview, warum Bauteile eine Identität brauchen und wie das die Kreislaufwirtschaft im Bausektor ankurbelt. Madaster ist einer der Gewinner in der Kategorie „Zukunft – Transformation“ des diesjährigen Wettbewerbs „Projekt Nachhaltigkeit“.

 

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Newsletter 07/22 | Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für die Zukunft des Bauens und Betreibens

  1. Unsere heutigen Themen: 
    1. Zirkuläre Wertschöpfung für Bau- und Immobilienwirtschaft unverzichtbar
    2. 5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung 2022 – Ergebnisse
    3. NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur besucht re!source Gründungsmitglied
    4. Prof. Dr.-Ing. Gunnar Grün, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, im Gespräch mit re!source
    5. VDI Materialdatenbank unterstützt Ressourcenwende
    6. Modell für deutsche Kreislaufwirtschaft entsteht
    7. Holz ist nicht nur Baustoff – Alte Wälder sind auch wichtige CO2-Senke
    8. Online-Ressourcencheck für recyclinggerechtes Bauen
    9. Eckpunkte einer Nationalen Biomassestrategie
    10. Material und Architektur
    11. Förderaufruf Ressourceneffizienz und Circular Economy
    12. Banken haben aktiven Umgang mit Klimarisiken erst wenig ausgebaut
    13. Teilsanierung für Kreislaufwirtschaft und Urban Mining
    14. Termine

    Zirkuläre Wertschöpfung für Bau- und Immobilienwirtschaft unverzichtbar

    Die 5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung brachte es auf den Punkt: Ohne das Potenzial der Bau- und Immobilienwirtschaft ist die Transformation der Wirtschaft auf dem langen Weg zur Ressourcenwende und zur CO2-Neutralität nicht zu schaffen. Echter Kreislaufwirtschaft kommt in diesem bedeutenden Wirtschaftszweig eine Hauptaufgabe zu. Denn umfassende Ressourcenschonung wird erst dann erreicht, wenn Baustoffe, Materialien und Bauteile möglichst lange wiederverwendet und im Materialkreislauf gehalten werden. Forschung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sind hier schon viel weiter als noch vor einigen Jahren erwartbar gewesen ist. Jetzt gilt es, von Vornherein in Lebenszyklen zu planen und neue Lösungen zur Wiedergewinnung von Rohstoffen aus den gewaltigen Abfallströmen der Bauwirtschaft in industriellem Maßstab zu etablieren. Dazu müssen die vielfältigen Erkenntnisse in die Umsetzung gebracht werden und die Rahmenbedingungen den neuen Anforderungen entsprechend gestaltet werden. Positive Anreize aus der Politik sind willkommen!

    Annette von Hagel              Rolf Brunkhorst
    Geschäftsführende Vorstände

    re!source Stiftung
    Foto: re!source/Mara v. Kummer

    5. Jahreskonferenz der re!source Stiftung 2022 – Ergebnisse

    Auf der diesjährigen Konferenz der re!source Stiftung trafen sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um sich über die Voraussetzungen für eine umfassende Ressourcenwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft auszutauschen. Die wesentlichen Ergebnisse lesen Sie hier. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Verknappung und Verfügbarkeit von Ressourcen in Deutschland und in Europa, begleitet von neuen Entwicklungen zur Ressourcenwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie die Vorreiterrolle der öffentlichen Hand.

    Gleich zu Beginn der Konferenz versprach Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, in ihrem Grußwort, das klimafreundliche Sanieren und Bauen voranzubringen. „Dafür müssen wir zukünftig den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden stärker berücksichtigen, um auch die sogenannten grauen Emissionen zu reduzieren. Das soll zu einer wichtigen Ziel-, Planungs- und Nachweisgröße im Bauwesen werden“, sagte die Ministerin. Insgesamt, so Klara Geywitz, wolle die Bundesregierung viel stärker auf Kreislaufwirtschaft setzen. Weiterlesen

    Rückblick
    Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG im Gespräch mit NRW Ministerin Mona Neubauer
    Foto: MWIKE NRW/M. Hermenau
    Ministerin Neubaur mit Schüco-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern
    Foto: MWIKE NRW/M. Hermenau

    NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur besucht re!source Gründungsmitglied

    NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat Anfang Oktober im Rahmen ihrer Circular Economy-Tour Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe besucht, darunter auch die Schüco International KG, Gründungsmitglied der re!source Stiftung. Ministerin Neubaur erläuterte dazu: „Ostwestfalen-Lippe ist die Heimat vieler Hidden Champions und eine Herzkammer der Innovation. Das gilt auch für die Circular Economy. Weiterlesen

    Im Gespräch
    In unserer neuen Rubrik wollen wir Vertreter unserer Mitglieder und Kooperationspartner zu Wort kommen lassen oder auf andere interessante Interviews zu Themen der Ressourcenwende in der Fachpresse hinweisen.

    Prof. Dr.-Ing. Gunnar Grün, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, im Gespräch mit re!source

    Gunnar Grün ist Bauingenieur und seit 2019 Professor für das Lehrgebiet der Bauphysik an der Universität Stuttgart. Seit 2016 ist er stellvertretender Leiter am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. Unsere Redaktion sprach mit Gunnar Grün über neue Lösungen zur Nutzung von Bauschutt, einem der weltweit größten Abfallströme:

    Herr Prof. Grün, bei der Jahreskonferenz der re!source Stiftung im September 2022 haben Sie auch Lösungen für die Nutzung von Bauschutt vorgestellt, um qualitativ hochwertige, homogene und schadstoffneutrale Rezyklate zu erzeugen. Worum geht es dabei?
    Wir wollen ein echtes Recycling von Baustoffen ermöglichen, also eine qualitativ gleichwertige Weiterverwendung von sekundären Rohstoffen aus Abbruchmaterialien und Bauschutt. Damit wollen wir letztlich Baumaterialien aus anthropogenen Rohstoffquellen wiedergewinnen. Außerdem möchten wir die Akzeptanz für Baustoffe erhöhen, die aus sekundären Rohstoffen hergestellt werden. Denn es gibt nach wie vor Vorurteile gegenüber Bauprodukten aus Bauschutt, wonach deren Qualität nicht dem Original-Material entspräche oder Heterogenität und Schadstoffbelastungen den Wiedereinsatz verhindern würden. Das IBP hat jedoch mittlerweile Verfahren entwickelt, welche diese Bedenken widerlegen. Außerdem: Ressourcenschonung ist auch Klimaschutz! Durch Bereitstellung lokaler Ressourcen werden Transportkosten reduziert und transportbedingte CO2 Kosten verringert. Weiterlesen

    Ressourcenwende

    VDI Materialdatenbank unterstützt Ressourcenwende

    Das im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) angesiedelte Zentrum Ressourceneffizienz bietet mit seiner im Aufbau befindlichen Materialdatenbank ein Werkzeug für den Einsatz von Sekundärrohstoffen an. Zielgruppe sind Unternehmen, die bislang erst über wenig Erfahrung mit „der Verwertung, dem Ankauf und der Veräußerung von Stoffen haben, die in der Produktion anfallen.“ Weiterlesen

    Modell für deutsche Kreislaufwirtschaft entsteht

    Der WWF (World Wildlife Fund) hat im September eine umfassende Modellierung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit dem Ökoinstitut, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung sowie der Freien Universität Berlin soll auf der Basis des Modellvorhabens bis März 2023 eine Roadmap für die deutsche Politik entstehen, die alle Sektoren, Produkte und Rohstoffe einschließt. Ziel ist die Beteiligung am Stakeholder-Prozess der Bundesregierung für eine deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie. Weiterlesen

    Foto: Pixabay/beech-gecc4345c2_1920

    Holz ist nicht nur Baustoff – Alte Wälder sind erhaltenswerte und wichtige CO2-Senke

    Der Waldverlust hat mit 5 % der gesamten Waldfläche in Deutschland dramatische Züge angenommen. Erstmalig sei der deutsche Wald keine Kohlenstoffsenke mehr, berichtet Steffen Selbert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einem Standpunkt im Tagesspiegel. Damit stünde eine fortgesetzte Waldnutzung den Klimazielen entgegen. Dies ist aber nicht nur ein Problem des Klimaschutzes. Es betrifft besonders stark auch die Bauwirtschaft. Weiterlesen

    Online-Ressourcencheck für recyclinggerechtes Bauen

    Das Zentrum Ressourceneffizienz im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bietet seit Kurzem einen Online-Ressourcencheck für „Recyclinggerechtes Konstruieren im Bauwesen“ an. Mit der Beantwortung von sechs Fragen aus den Bereichen Produktentwicklung, Materialeffizienz und Digitalisierung erhält man für alle Arten von Gebäuden schnell eine nach dem Ampelsystem gestaltete und downloadbare Auswertung des Ressourcen-Einsparpotenzials. Weiterlesen

    Politik

    Eckpunkte einer Nationalen Biomassestrategie

    Die Bundeministerien für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) haben Anfang Oktober gemeinsame Eckpunkte für eine Nationale Biomassestrategie (NABIS) vorgelegt, die 2023 kommen soll. Hintergrund ist ein Flächennutzungskonflikt für das Biomassenpotenzial in Deutschland. Denn verfügbare Flächen könnten auch für den Siedlungsbau, Verkehrsinfrastrukturprojekte, Gewerbeansiedlung, den Ausbau erneuerbarer Energien oder den Anbau von Futtermitteln verwendet werden.Weiterlesen

    Forschung und Wissenschaft

    Material und Architektur

    Prof. Dr.-Ing. Annette Hillebrandt, Gründungsmitglied der re!source Stiftung und Inhaberin des Lehrstuhle für Baukonstruktion, Entwurf, Materialkunde und Baukonstruktion an der Bergischen Universität Wuppertal, hat einen kritischen und zugleich spannenden Beitrag zum Thema „Material und Architektur“ in der Architekturfachzeitschrift DBZ (Deutsche BauZeitschrift) veröffentlicht. Inhaltlich geht es ihr zunächst um die oft gedankenlose und lediglich an finanziellen Aspekten orientierte Nachfrage nach Baumaterialien, die weder natürlich, nachhaltig und rezyklierbar sind, eine Suggestion davon aber für ein erfolgreiches Marketing einsetzen. Weiterlesen

    Förderaufruf Ressourceneffizienz und Circular Economy

    Mit einem Förderaufruf „Ressourceneffizienz und Circular Economy“ innerhalb des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung hat das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz (BMWK) am 7.10.2022 auf zwei komplementäre Förderbereiche hingewiesen und zur Einreichung von Forschungsprojekten sowie zur Weiterentwicklung von Einzeltechnologien aufgefordert. Weiterlesen

    Sustainable Finance

    Banken haben aktiven Umgang mit Klimarisiken erst wenig ausgebaut

    Die Europäische Zentralbank hat den Umgang von 186 europäischen Banken mit Klima- und Umweltrisiken überprüft und dazu Anfang November 2022 einen kritischen Bericht veröffentlicht. Zusammen vertreten die von der europäischen Bankaufsicht geprüften Banken, darunter 107 bedeutende Institute, eine Bilanzsumme von 25 Billionen Euro. Mehr als 80 % der untersuchten Institute kommen zu dem Ergebnis, dass Klima- und Umweltrisiken einen wesentlichen Einfluss auf ihr Risikoprofil und ihre Strategie haben. 70 % sehen dieses Risiko innerhalb des Planungshorizonts von drei bis fünf Jahren. Der Bericht hebt hervor, dass zwar 85 % der geprüften Institute „grundlegende Praktiken“ eingeführt haben, es allerdings an „methodischer Raffinesse“, an der „Verwendung detaillierter Risikoinformationen“ sowie an einem „aktiven Management“ des Portfolios und des Risikoprofils mangele. Weiterlesen

    Best Practice
    Foto: BHG Berlin Immobilien GmbH & Co. KG/Franz Brueck

    Teilsanierung für Kreislaufwirtschaft und Urban Mining

    Die Bayerische Hausbau beschreibt in einer gemeinsam mit EPEA und MADASTER herausgegebenen Fallstudie die Teilsanierung des Huthmacher-Hauses, eines sechzehnstöckigen Gewerbehochhauses aus dem Jahr 1957 in der Berliner CityWest mit einer Nutzfläche von 15.800 qm. Die Nachhaltigkeitspotenziale des markanten Gebäudes wurden im Vorfeld mit Blick auf Kreislaufwirtschaft und Urban Mining identifiziert. Weiterlesen

    Termine

    01.12.2022 –
    6th European Resources Forum

    Das Umweltbundesamt (UBA) lädt zum ERF 2022online ein. Die Konferenz bietet rund 20 Plenar- und Parallelsitzungen zu einem breiten Spektrum interessanter und innovativer Themen für eine nachhaltige Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Die Teilnehmenden erwarten 90 Referent*innen und 700 Teilnehmende aus 50 Ländern. Das vorläufige Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Konferenz-Website.

    02.12.2022 –
    BPIE Abschlussveranstaltung im Projekt „Kreisläufe konstruieren – Innovationschancen für den Gebäudesektor“

    Das Buildings Performance Institute (BPIE) Deutschland stellt am 2.12.2022 in Berlin zum Abschluss des oben genannten Projekts einen „Fahrplan für Deutschland – Integration einer Lebenszyklusperspektive für Gebäude“ vor. Eine Anmeldung wird in Kürze auf der Website des BPIE möglich sein.

    Mitgliedschaft

    re!source Stiftung e. V. – Werden Sie Mitglied!

    Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstreichen Sie die Verantwortung Ihres Unternehmens oder Ihrer Organisation im Kernbereich des nachhaltigen Ressourceneinsatzes.

    Das möchte die re!source Stiftung erreichen:

    • Bessere Rahmenbedingungen und Mechanismen für nachhaltige Bauprodukte
    • Alternativen für abnehmende und knappe Ressourcen finden
    • Aufbereitung von Sekundärrohstoffen im Inland und in Europa stärken
    • Zirkuläre Wertschöpfung in der Bau- und Immobilienwirtschaft voranbringen
    • Gebietskörperschaften und deren Bauvorhaben gezielt einbinden
    • Initiativen für bessere gesetzliche Rahmenbedingungen entwickeln
    • Netzwerke aus Bau-Wissenschaft und -Praxis ausbauen und aktivieren
    • IT-Tools für die Dokumentation des Ressourceneinsatzes bekanntmachen

    Und deshalb sollten Sie dabei sein:

    • Sie können die politische Willensbildung und Umsetzung mitgestalten und somit langfristig wirkende Marktentwicklungen aktiv begleiten.
    • Sie sind eingeladen, die Kommunikationswege der re!source in einem starken Netzwerk mitzunutzen und zu einem wirkungsvollen Agendasetting beizutragen.
    • Die damit erreichten wirtschaftlichen Potenziale der Ressourcenwende können für Sie zum First-Mover-Vorteil werden.
    • Sie können an Forschungsprojekten mit hochkarätigen Fachleuten, Lehrstühlen und Instituten mitwirken.

    Weitere Informationen auf der Website der re!source Stiftung e.V.

Ein nachhaltiges Deutschland bauen – jetzt erst recht

In Zeiten von Krieg, Pandemie, Inflation und Energieknappheit muss die Menschheit die Nachhaltigkeit erst recht voranbringen. Das zeigte die 21. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Ein thematischer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem nachhaltigen Bauen und Wohnen.

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Neue Beratungsstelle für nachhaltiges Bauen und Sanieren: „BAUinfo Berlin“ startet in Pilotphase

Wann die Heizung austauschen? Besser eine Komplettsanierung oder Einzelmaßnahmen? Wie vorgehen bei der Handwerkersuche? Gibt es Fördermittel? Für diese und noch viel mehr solcher Fragen bietet die neue Anlaufstelle „BAUinfo Berlin“ kostenfrei und neutral Beratungen an – rund um nachhaltiges Bauen und Sanieren.

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Newsletter 02/22 | Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für die Zukunft des Bauens und Betreibens

Trendsetter – Interview mit Walter Lonsinger

Frankfurt, 29. März 2022 – Über die Recyclinginitiative AIUIF wird knapp die Hälfte der in Deutschland anfallenden Aluminiumschrotte aus dem Baubereich einem geschlossenen Wertstoffkreislauf zugeführt. Damit wird der energiesparende, ressourceneffiziente und umweltgerechte Umgang mit Aluminium gefördert. Das bringt Vorteile für die Umwelt, aber auch für die Mitglieder des AIUIF. Im Interview erläutert der AIUIF-Vorstandsvorsitzende Walter Lonsinger die positiven Aspekte.

?: Herr Lonsinger, der AIUIF e.V. hat das Ziel, Aluminiumschrotte aus Bauvorhaben gezielt einzusammeln, um das Material wiederzuverwerten, damit daraus neue Fenster, Türen und Fassaden entstehen können. Die aktuellen Umweltschutz- und Klimaziele kommen Ihnen entgegen. Liegt AIUIF im Trend?

Walter Lonsinger: Ja, das könnte man auf den ersten Blick so sehen. Aber wir verfolgen das Ziel, Aluminiumschrotte aus Bauanwendungen zu recyceln, schon seit mehr als 30 Jahren. Dementsprechend haben sich sowohl unsere Mitgliederzahlen als auch die gesammelten Altmetallmengen positiv entwickelt. Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Mitglieder auf mehr als 225 Betriebe. Dafür sind mehrere Ursachen erkennbar: Metallbauer erkennen, dass eine seriöse Bilanzierung von Schrotten und Abfällen in der Produktion, bei Abbruch und Sanierung sowie beim Neubau ein wichtiger Wettbewerbsvorteil bei Ausschreibungen und Aufträgen ist.

Ein zweiter Aspekt sind der Materialwert und die besonderen Recycling-Eigenschaften des Leichtmetalls. Die Schrotte können ohne Qualitätsverlust wieder aufbereitet werden. Der Energieaufwand dafür ist gering. So entstehen neue Produkte mit einem entsprechend niedrigeren CO2-Fußabdruck. Das passt tatsächlich genau zu den Themen unserer Zeit.

Die über den AIUIF bilanzierte Menge an Aluminiumschrotten aus dem Baubereich wuchs um rund 30.000 Tonnen. Unsere Jahres-Gesamtmenge stieg damit 2021 auf etwas mehr als 75.000 Tonnen. Damit erreichen wir über AIUIF einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

?: Aktuell explodieren die Preise für Aluminium. Gilt das auch für recycelte Leichtmetalle?

Walter Lonsinger: Wir unterscheiden zwischen Primär- und Sekundärmetall. Beides ist weltweit begehrt. Der russische Angriffskrieg wird die Situation verschärfen. Europa wird kein Primäraluminium aus Russland mehr importieren. Entsprechend wird das Recycling von ausgedienten Bauprodukten aus Aluminium an Bedeutung gewinnen. Aber dieser Trend war auch in der Vergangenheit bereits erkennbar. In Deutschland hat die Produktion von Sekundäraluminium in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres um etwa 20 Prozent auf über 300.000 Tonnen zugenommen. In gleichen Zeitraum ist die Herstellung von Primäraluminium um drei Prozent auf knapp 260.000 Tonnen zurückgegangen.

?: Sie haben sich mit dem AIUF dem Recycling von Bauprodukten aus Aluminium verschrieben. Was hat es damit auf sich?

Walter Lonsinger: Unser Ziel ist es, die Klimaverträglichkeit der Bauprodukte zu verbessern und die Energie-Effizienz in diesem Segment zu steigern. Wir achten deshalb darauf, dass die Bauschrotte in geschlossenen Wertstoffkreisläufen geführt werden. Damit vermeiden wir Qualitätsverluste und schöpfen die Einsparpotenziale bei Energie und Emissionen optimal aus. Leichtmetall-Legierungen, die für Fenster, Türen und Fassaden verwendet werden, sind sehr hochwertig. Das ist ein Grund, weshalb wir uns auf diesen überschaubaren Markt konzentriert haben.

?: Eine umfassende Kreislaufwirtschaft und effiziente Rohstoffverwendung kann wesentliche Beiträge zum Klimaschutz sowie zur Rohstoffversorgungssicherheit leisten. Der 2021 vorgelegte Europäische Grüne Deal hatte große Erwartungen geweckt?

Walter Lonsinger: Der Green Deal soll durch das Maßnahmenpaket „Fit für 55“ in konkrete Rechtsakte der EU umgesetzt werden. Schwerpunkte sind der Handel mit Emissionszertifikaten, der weitere Ausbau erneuerbarer Energie und Maßnahmen im Verkehrsbereich. Gebäudeeffizienz und Kreislaufwirtschaft stehen leider, und für uns nicht ganz verständlich, nicht mehr so sehr im Zentrum der Umsetzung des Green Deal.

?: Was bedeutet das?

Walter Lonsinger: Wir werden unsere Anstrengungen zum Ausbau der Kreislaufnutzung von Aluminium im Baubereich weiterhin eigenständig fortführen und verstärken. Denn ich befürchte, die Automobilindustrie wird den Bedarf an Aluminium-Knetlegierungen für Profile und andere Bauteile im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität und des Leichtbaus deutlich ausweiten und ihre sektorale Marktmacht möglicherweise zu Lasten des Baubereichs einsetzen. Ich appelliere an Bauherren, Planer und Architekten, sich mit uns für den Ausbau geschlossener Kreislaufsysteme im Baubereich zu engagieren.

?: Mit dem AIUIF-Konzept ist Deutschland ein Vorreiter. Gibt es andere europäische Organisationen nach dem Vorbild des AIUIF?

Walter Lonsinger: Ich weiß, dass es in Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Staaten Initiativen gibt, Modelle nach dem Vorbild des AIUIF zu organisieren. Selbstverständlich führen wir einen Dialog mit den europäischen Verbänden der Aluminiumindustrie. Wir stellen aber ausschließlich unser Know-how zur Verfügung.

?: Betrachten wir also den Baubereich. Wo sehen Sie Möglichkeiten oder besser Notwendigkeiten, das Recycling von Aluminium weiter zu fördern?

Walter Lonsinger: Alle Aluminiumschrotte aus Bauanwendungen werden recycelt. An dieser Stelle geht kein Kilogramm verloren. Dazu ist der Schrott zu wertvoll. Wie schon gesagt, geht es uns darum, das Material nachweislich in einem geschlossenen Kreislauf zu führen, um sicherzustellen, dass aus Bauprofilen wieder Bauprofile entstehen. Hilfreich ist zum Beispiel bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben die Forderung nach recyceltem Leichtmetall. Wir konnten Bauherren und Architekten bereits dafür sensibilisieren. Wir stellen dafür Formulierungen und Ausschreibungstexte zur Verfügung. Vor allem öffentliche Bauherren fordern wir auf, sich für die Stärkung des geschlossenen Wertstoffkreislaufs einzusetzen. Je mehr Altmaterial in den Kreislauf eingebracht wird, desto höher kann der Anteil an Sekundärmetall bei neuen Produkten ausfallen. Hier sind wir aber abhängig von den Vorgaben aus Politik und Verwaltung. Die Förderung der Kreislaufwirtschaft mit Nachweisen als
Voraussetzung für Auftragsvergaben sind noch stark ausbaufähig.

?: Wie können die Mitglieder des AIUIF nachweisen, dass sie sich an solche Vorgaben halten?

Walter Lonsinger: Alle unsere Mitglieder werden jährlich überprüft und erhalten ein Zertifikat, das bestätigt, dass sie sich für diesen Wertstoffkreislauf und Nachhaltigkeit einsetzen. Die steigende Zahl unserer Mitgliedsbetriebe spricht eine deutliche Sprache.

 

 

?: Sehen Sie die Mitgliedschaft bei AIUIF auch als eine Art „Qualitätsmerkmal“ für Metallbau-Unternehmen?

Walter Lonsinger: Durchaus! Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit sind auch für Metallbau-Unternehmen wichtige Instrumente, mit denen sich Betriebe von ihren Wettbewerbern unterscheiden. Ich weiß, dass sich viele Handwerksbetriebe umfangreich für Natur- und Klimaschutz engagieren. Der Metallbau ist eines der wichtigsten Gewerke am Bau und trägt maßgeblich zu Innovationen in der modernen Gebäudetechnik bei. Fenster und Fassaden sind wesentliche Faktoren bei der Energieeinsparung und -Gewinnung. Das Engagement für den Wertstoffkreislauf bei Aluminium ist nur ein kleiner Schritt, um die Erwartungen von Markt und Kunden sichtbar zu machen. Interessierte Betriebe können sich auf unserer Webseite https://a-u-f.com informieren und den Aufnahmeantrag herunterladen.

?: Herr Lonsinger, vielen Dank für das Gespräch.

Newsletter 01/22 | Koalitionsvertrag bringt Deutschland weiter