Schlagwortarchiv für: Wertstoffkreislauf

Fensterbau mit AIUIF

AIUIF e.V. – Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau auf der Messe Fensterbau Frontale in Nürnberg

Frankfurt, 21. Januar 2026 – In diesem Jahr präsentiert sich die Recycling-Initiative AIUIF auch auf der Messe Fensterbau Frontale (24. – 27. März 2026) in Nürnberg. Als Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF) steht der Meinungsaustausch mit Partnern und Metall- und Fassadenbauern im Vordergrund. „Die Teilnahme an der Messe ist für uns eine gute Möglichkeit, mit Metallbau-Unternehmern, Zulieferfirmen und Praktikern ins Gespräch zu kommen, und über den Wertstoffkreislauf bei AIUIF zu informieren. Unser Ziel ist es, praxisnahe Lösungen rund um Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorzustellen und zu diskutieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Lauritzen.

Netzwerk für die Zukunft

Der A|U|F organisiert seit über 30 Jahren einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Aluminium im Bauwesen. Ziel ist es, gebrauchte Bauprodukte aus Aluminium zurückzugewinnen, im Kreislauf zu halten und die Einhaltung der Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nachzuweisen. Mittlerweile hat der Verein ein bundesweites Netz aus über 250 Mitgliedern und 17 Sammelpartnern aufgebaut. Gemeinsam werden jährlich zehntausende Tonnen Altaluminium erfasst, aufbereitet und dokumentiert. Im Jahr 2024 gelangten über den A|U|F rund 75.000 Tonnen Aluminium zurück in den Stoffkreislauf – etwa 65 Prozent davon Post-Consumer-Schrotte aus Rückbau-, Entkernungs- und Demontageprojekten. Dadurch wurden ca. 400.000 to CO2 eingespart.

Mitglieder des AIUIF haben eindeutige Vorteile: unter anderem bestätigt ein jährlich aktualisiertes Zertifikat den verantwortungsvollen Umgang mit dem Wertstoff Aluminium. „Unser Werkstoff kann ausgezeichnet wiederverwertet werden und die Bedeutung von Recyclingmaterial steigt. Ziel unserer Initiative ist es, das Material in einem geschlossenen Stoffkreislauf zu halten und das auch zu dokumentieren. In Ausschreibungen und Vergaberichtlinien wird das Recycling der verbauten Fenster- und Fassaden bereits vorgeschrieben“, so Thomas Lauritzen.

Halle 7A, Stand 7A-524

Die Recycling-Initiative AIUIF ist auf der Fensterbau Frontale Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF).

Foto: AIUIF

A|U|F vergibt Nachhaltigkeitspreis für Fassadenkonzepte

Nachhaltige Technik für Gebäudehüllen

Frankfurt, 21. Januar 2026 – Anfang Dezember 2025 feierte die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach ihre Absolventinnen und Absolventen. In diesem Rahmen wurde zum zweiten Mal der mit 5.000 Euro dotierte Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau“ des A|U|F e. V. verliehen. Die Recycling-Initiative fördert damit gezielt das Interesse und die Kompetenzen angehender Bauingenieure bei der Planung nachhaltiger Fassadenprojekte. Das Siegerteam bestand aus Lukas Firnigl, Lennart Heilig, Jonas Koch, Nicole Weller, Joshua Wernet und Dennis Winkelhofer. Überreicht wurde der Preis von Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons, Studiengangsleitung Bauingenieurwesen-Fassadentechnik der DHBW Mosbach, sowie dem A|U|F-Vorstandsvorsitzenden Thomas Lauritzen und dem Ehrenvorsitzenden Walter Lonsinger.

Recycling erlebbar machen

Der Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau“ wurde erstmals im Jahr 2024 vom A|U|F e.V. (Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau) ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Als Preisgeld gehen 3.000 Euro an die StudentInnen der erfolgreichen Gruppe. Für Exkursionen stehen 2.000 Euro zur Verfügung. „Diese Mittel machen es möglich, Recycling und Kreislaufwirtschaft erlebbar zu machen. Geplant sind Besuche auf den Projektbaustellen, bei Schrottverwertern und in Aluminiumrecycling-Werken“, betont Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons. „Solche Preise helfen uns dabei die Ausbildung besser zu gestalten und unsere Hochschule im Bildungsmarkt zu positionieren.“

„Mit der Auslobung des Nachhaltigkeitspreises unterstreicht A|U|F sein Engagement für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte“, erläutert Thomas Lauritzen die A|U|F-Zielsetzung. Die Auszeichnung würdige kreative Ansätze, die die Zukunft des nachhaltigen Bauens neu definiere. Die Recycling-Initiative engagiert sich seit über drei Jahrzehnten für einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Aluminium aus Bauanwendungen. Aluminium sei ein nachhaltiger Werkstoff, der einen festen Platz in der Zukunft der Bauwirtschaft habe, so Lauritzen weiter. Deshalb ist für ihn die gute Ausbildung und Information der Studierenden ein vorrangiges Anliegen. „Die jungen Fassadenspezialisten werden neue Wege finden, um Bau- und Sanierungsaufgaben zu lösen.“

Kriterien für die Preisvergabe

Folgende Kriterien waren relevant für die Vergabe des Nachhaltigkeitspreises 2025 „Konstruktiver Aluminiumbau“:

  • Der Schwerpunkt der Bearbeitung liegt auf der Nachhaltigkeit, dem Recycling sowie der Wiederverwendung von Aluminium.
  • Im Weiteren soll die Kreislaufwirtschaft von Glas und die entsprechende Isolierung betrachtet werden.
  • Die konstruktive Betrachtung der Bearbeitung und die Möglichkeit, welche Handlungsschritte ein Metallbaubetrieb im Vorfeld beisteuern kann, soll in Form von konstruktiven Vorschlägen sowie alternativen Lösungsmöglichkeiten ausgearbeitet werden.

Foto von der Preisverleihung 2025

BU: Professorin Isabelle Simons (r.), Thomas Lauritzen (2.v.r.) und Walter Lonsinger übergaben den Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau 2025“ an die Preisträgerinnen und Preisträger.

(Foto: Fotoatelier Mosbach)

Aluminium: Urbaner Rohstoff als Schlüssel für Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit

A|U|F – Partner im geschlossenen
Aluminiumkreislauf

Frankfurt am Main, Januar 2026 – Aluminium aus dem Baubereich ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Bauwirtschaft und gewinnt angesichts steigender Klimaschutzanforderungen, wachsender Sanierungsaktivitäten und zunehmender Rohstoffknappheit weiter an Bedeutung. Als nahezu verlustfrei und energieeffizient recycelbarer Werkstoff eignet sich Aluminium in besonderer Weise für geschlossene Wertstoffkreisläufe. Die Recyclinginitiative A|U|F e. V. (Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau) engagiert sich seit über 30 Jahren dafür, Aluminium aus Bauanwendungen dauerhaft im Kreislauf zu führen – mit messbaren ökologischen und ökonomischen Effekten.

Insgesamt fallen im deutschen Hochbau jährlich etwa 130.000 Tonnen Aluminiumschrott an – ein enormes Potenzial für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und eine resilientere Rohstoffversorgung. Bereits heute wird mehr als die Hälfte der in Deutschland anfallenden Aluminiumschrotte aus dem Hochbaubereich über den A|U|F erfasst und besonders nachhaltig recycelt. Unterstützt wird die Initiative von Rückbauunternehmen, Metallbauern, industriellen Systemhäusern, Architekturbüros sowie zertifizierten Umwelt- und Recyclingpartnern. Mittlerweile hat der Verein ein bundesweites Netz aus über 250 Mitgliedern und 17 Sammelpartnern aufgebaut. Darüber werden Alt-Aluminium aus dem Gebäuderückbau (Post-Consumer) und Fertigungsreste (Pre-Consumer) erfasst, aufbereitet und dem Kreislauf dokumentiert zugeführt. Im Jahr 2024 gelangten über den A|U|F rund 75.000 Tonnen Aluminium zurück in den Stoffkreislauf – etwa 65 Prozent davon Post-Consumer-Schrotte aus Rückbau-, Entkernungs- und Demontageprojekten. Dadurch wurden ca. 400.000 to CO2 eingespart.

Revitalisierung wird zum Zukunftsmarkt

Mit dem steigenden Fokus auf Sanierung und Revitalisierung von Bestandsgebäuden rückt die Bewertung von Baustoffen unter Nachhaltigkeitsaspekten zunehmend in den Mittelpunkt. Für Architektinnen und Architekten, Bauherren und Kommunen gewinnen Kriterien wie Ressourceneffizienz, Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit stetig an Bedeutung. Öffentliche Ausschreibungen und Investoren fordern immer häufiger konkrete Nachweise zur Kreislaufwirtschaft.

Aluminium bietet hierfür überzeugende Argumente: Der Werkstoff lässt sich ohne Qualitätsverluste und mit einem Bruchteil des Energieaufwands gegenüber der Primärerzeugung nahezu unbegrenzt wiederverwerten. Damit trägt Aluminiumrecycling nicht nur zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei, sondern schont zugleich natürliche Ressourcen und stärkt die industrielle Wertschöpfung in Europa.

Der Kreislauf beginnt bei der Planung

„Das Recycling beginnt nicht erst am Ende des Lebenszyklus, sondern bereits bei der Planung neuer Bauprojekte und beim Rückbau bestehender Gebäude“, erklärt Thomas Lauritzen, Vorstandsvorsitzender des A|U|F. „Unsere Städte sind die Rohstofflager der Zukunft. Im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes gilt es, diesen Schatz systematisch zu heben.“

Architektinnen und Architekten nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Durch Materialwahl, konstruktive Ausführung und die Vorgaben in Ausschreibungen entscheiden sie maßgeblich darüber, ob Fenster, Türen und Fassaden später sortenrein demontiert und hochwertig recycelt werden können. Werden Recycling und Rückbaubarkeit verbindlich in Vergabeunterlagen festgeschrieben, entsteht die Grundlage für eine nachhaltige Revitalisierung der Gebäudesubstanz. Gleichzeitig eröffnen sich für Planer neue Leistungsfelder rund um zirkuläres Bauen.

Der A|U|F unterstützt diese Entwicklung unter anderem mit praxisnahen Ausschreibungstexten, Informationsmaterialien und individueller Beratung. Ziel ist es, den geschlossenen Wertstoffkreislauf im Bauwesen weiter zu stärken und den Anteil von Sekundäraluminium in neuen Bauprodukten kontinuierlich zu erhöhen.

Moderne Technik für hochwertige Recyclate

Die gesammelten Aluminiumschrotte werden in zertifizierten Betrieben nach höchsten technologischen Standards aufbereitet. Nach dem Zerkleinern werden Lacke und Fremdmaterialien entfernt und die Materialien mithilfe moderner Sortier- und Laser-Technologien analysiert und getrennt. So entstehen sortenreine Aluminiumqualitäten, die an deutsche und europäische Gießereien geliefert werden. Dort werden sie zu neuen Pressbolzen verarbeitet, aus denen Strangpressunternehmen hochwertige Profile herstellen. Diese fließen wiederum in die Produktion neuer Fenster-, Tür- und Fassadensysteme ein – ein geschlossener Kreislauf ohne Qualitätsverluste.

Recycling als Beitrag zur Rohstoffsicherung

Die aktuelle Rohstoffsituation bekräftigt das A|U|F-Engagement zusätzlich: In den nächsten Jahren ist mit einer massiv ansteigenden Nachfrage nach Aluminiumschrotten zu rechnen. Die Rücklauf- und Sammelquoten werden zudem steigen, davon gehen Fachleute aus. In einer neuen Ära globaler Zölle werden die Lieferketten aber immer volatiler. Aktuell drohen dramatische Folgen wegen der neu in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium. Während Primäraluminium und aluminiumintensive Produkte mit hohen Zöllen von 50% belegt werden, liegen die Zölle für Aluminiumschrotte bei moderaten 15%. Das kann fatale Folgen für den europäischen Markt haben: US-Unternehmen kaufen Schrotte zu Höchstpreisen an, was zu einer zunehmenden Verknappung in Deutschland und Europa führen kann. „Deshalb versuchen wir zusammen mit unseren Mitgliedern aktiv, die am Weltmarkt stark nachgefragten Knetlegierungen für den Baubereich in Deutschland und Europa zu sichern“, so Thomas Lauritzen. „Gebrauchtes Aluminium ist eine wertvolle Rohstoffquelle zur Metallversorgung der verarbeitenden Betriebe, gerade in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland,“ betont Thomas Lauritzen, der sich in vielen Gremien für die Ziele der A|U|F engagiert. Seine Erfahrung: Viele Entscheider sind keineswegs ausreichend über die spezifischen Vorteile dieses Wertstoffes informiert. Deshalb ist er auf vielen Branchenveranstaltungen und Messen präsent, um über die Ziele der A|U|F und die Möglichkeiten des Werkstoff Aluminiums zu informieren.

Herausforderungen und Zukunftsthemen

Trotz der hohen Effizienz des bestehenden Recyclingsystems bestehen weiterhin Herausforderungen. Komplexe Materialverbunde, eine große Vielfalt an Legierungen sowie nicht recyclinggerecht konstruierte Produkte erschweren die Rückgewinnung sortenreiner Materialien. Zentrale Handlungsfelder sind daher Design for Recycling, die Standardisierung von Legierungen sowie weitere technologische Innovationen in der Sortierung und Aufbereitung. „Unser Ziel ist es, die Klimaverträglichkeit von Bauprodukten weiter zu verbessern und die Energie- und CO₂-Bilanz im Hochbau nachhaltig zu senken“, so Lauritzen abschließend. „Seit über drei Jahrzehnten zeigt der A|U|F, dass Kreislaufwirtschaft mit Aluminium funktioniert – und wir werden diesen Weg mit Nachdruck weiterverfolgen.“

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Weitere Informationen rund um das Thema Aluminium-Recycling: https://a-u-f.com

A|U|F bestätigt Thomas Lauritzen als Vorstandsvorsitzenden – Neuer Vorstand gewählt

Frankfurt/Main, im November 2025 – Die Recyclinginitiative A|U|F Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 23. Oktober 2025 den Vorstand neu gewählt. Dabei wurde Thomas Lauritzen im Amt des Vorstandsvorsitzenden bestätigt.

Dem neuen Vorstand gehören außerdem Oliver Windeck (Windeck Metallbau), Jürgen Einck (Drees & Sommer),
Christoph Wahl (HD Wahl), Jonas Reischmann (RAICO Bautechnik), Ralf Seufert (Hydro Building Systems) und Arnd Brinkmann (Gutmann Bausysteme) an. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Oliver Windeck und Jürgen Einck gewählt. „Die Wiederwahl ist für mich eine große Ehre und Verpflichtung zugleich“, sagte Thomas Lauritzen nach der Versammlung. „Die A|U|F steht für eine starke Gemeinschaft, die Verantwortung für Umwelt und Zukunft übernimmt. Gemeinsam mit dem neuen Vorstand und unseren Mitgliedern wollen wir das Bewusstsein für Recyclingaluminium weiter schärfen und die Kreislaufwirtschaft, die immer mehr zum Tagesgeschäft wird, aktiv vorantreiben.“

Die bisherigen Vorstandsmitglieder Walter Lonsinger und Manfred Hebel sind nach langjährigem Engagement ausgeschieden. Der neue Vorstand dankte beiden für ihre wertvolle Arbeit und ihren Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung der A|U|F.

Über A|U|F

Die A|U|F organisiert seit über 30 Jahren einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Aluminium im Bauwesen. Ziel ist es, gebrauchte Bauprodukte aus Aluminium zurückzugewinnen, im Kreislauf zu halten und die Einhaltung der Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nachzuweisen. Mittlerweile hat der Verein ein bundesweites Netz aus über 250 Mitgliedern und 16 Sammelpartnern aufgebaut. Gemeinsam werden jährlich zehntausende Tonnen Altaluminium erfasst, aufbereitet und dokumentiert. Im Jahr 2024 gelangten über den A|U|F rund 75.000 Tonnen Aluminium zurück in den Stoffkreislauf– etwa 65 Prozent davon Post-Consumer-Wertstoffe aus Rückbau-, Entkernungs- und Demontageprojekten. Das entspricht einer CO2-Einsparung von rund 400.000 Tonnen.

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Regionalveranstaltung mit Vorträgen und Diskussion

A|U|F e.V. on Tour

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Fokus

AIUIF on Tour

Frankfurt, 15. September 2025 – Die Recyclinginitiative AIUIF startet eine neue regionale Veranstaltungsreihe, die Architekten, Planer, sowie Metallbau-, Fenster und Fassadenbetriebe vor Ort zusammenbringt. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen rund um Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorzustellen und zu diskutieren.

Den Auftakt bildet am 27. November 2025 ein Vortrags- und Diskussionsabend bei der ROMA KG in Burgau. Bereits ab 15:30 Uhr besteht für Interessierte die Möglichkeit, die Aluminium-Oberflächenveredlung der HD Wahl GmbH in Jettingen-Scheppach zu besichtigen.

Ab 17:00 Uhr erwarten die Gäste vier Fachvorträge:

  • „Von der Pflicht zur Kür: Nachhaltigkeit unternehmerisch nutzen“ – Prof. Dr. Stefan Lackner, erentum consulting
  • „Nachhaltige Oberflächenbehandlung von Aluminiumfassaden: Langlebigkeit, Ressourcenschonung und ästhetische Vielfalt“ – Christoph Wahl, CEO HD Wahl GmbH
  • „Was bringt die Mitgliedschaft im AIUIF für Metallbauer und Architekten/Planer?“ – Interview mit Walter Lonsinger und Thomas Lauritzen, AIUIF
  • „Revitalisierung von Gebäuden – Zukunftsmarkt für Bauschaffende?“ – Jürgen Einck, Drees & Sommer

Im Anschluss diskutieren die Referenten gemeinsam mit Fassadenplaner Friedrich Scharl und Metallbauer Oliver Windeck die Frage: „Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft zukünftig im Bauwesen?“

Der Abend endet mit einem Get-together und bilateralen Gesprächen mit einem Imbiß und Getränken. Interessierte können sich formlos per E-Mail anmelden und/oder Informationen anfordern: info@a-u-f.com

Ein Programmpunkt: „Was bringt die Mitgliedschaft im AIUIF für Metallbauer und Architekten/Planer?“ Ein Interview mit Walter Lonsinger (r.) und Thomas Lauritzen (l.), AIUIF

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Aluminiumschrotte aus Gebäuden – Baukreislauf

Fenstertausch: Wohin mit den alten Rahmen?

Klare Sicht mit besserer Energieeffizienz: Neue Fenster können so manchen Vorteil bringen. Doch was passiert nun mit den alten Fenstern? Wer sie zur richtigen Stelle bringt, hilft der Umwelt.

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A|U|F fördert Nachhaltigkeitspreis für innovative Fassadenkonzepte

Nachhaltige Fassadentechnik

Frankfurt, 2. Juni 2025 – Gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach verleiht die Recyclinginitiative AIUIF auch 2025 den Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau“. Ziel ist es, die Kompetenzen der angehenden Bauingenieure bei der Planung von Fassadenprojekten zu unterstützen. Der Preis wird Ende 2025 bei der nächsten Graduierungsfeier des Studiengangs Bauingenieurwesen, TFS 22 6. Semester, Leitung Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons, verliehen. Erstmals wurde der Preis im Jahr 2024 im Rahmen der Vorlesung „Konstruktive Projektarbeit I und II“ in der Studienrichtung Bauingenieurwesen-Fassadentechnik an der DHBW Mosbach vergeben. Die Verleihung des Preises erfolgte im Dezember 2024 im Rahmen der Graduierungsfeier in der Alten Mälzerei in Mosbach.

Recycling erlebbar machen

Der Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau“ wurde erstmals im Jahr 2024 vom A|U|F e.V. (Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau) ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Als Preisgeld gehen 3.000 Euro an die StudentInnen der erfolgreichen Gruppe. Für Exkursionen stehen 2.000 Euro zur Verfügung. „Diese Mittel machen es möglich, Recycling und Kreislaufwirtschaft erlebbar zu machen. Geplant sind Besuche auf den Projektbaustellen, bei Schrottverwertern und in Aluminiumrecycling-Werken“, betont Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons. „Solche Preise helfen uns dabei die Ausbildung besser zu gestalten und unsere Hochschule im Bildungsmarkt zu positionieren. Die Studierenden haben Gelegenheit, sich intensiv über Nachhaltigkeit, Rohstoffsicherheit und den geschlossenen Wertstoffkreislauf im Bereich Fenster, Türen und Fassaden zu machen. Gemeinsam können wir die konstruktiven Möglichkeiten einer nachhaltigen Planung real betrachten und mit den Studierenden diskutieren.“

„Mit der Auslobung des Nachhaltigkeitspreises unterstreicht A|U|F sein Engagement für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte“, erläutert Vorstandsmitglied Walter Lonsinger die A|U|F-Zielsetzung. Die Auszeichnung würdige kreative Ansätze, die die Zukunft des nachhaltigen Bauens neu definiere. Die Recycling-Initiative engagiert seit über drei Jahrzehnten für einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Aluminium aus Bauanwendungen. Aluminium sei ein nachhaltiger Werkstoff, der einen festen Platz in der Zukunft der Bauwirtschaft habe, so Lonsinger weiter.  Deshalb ist für ihn die gute Ausbildung und Information der Studierenden ein vorrangiges Anliegen. „Die jungen Fassadenspezialisten werden neue Wege finden, um Bau- und Sanierungsaufgaben zu lösen.“

Projektarbeit, Praxis und Preisvergabe

Folgende Kriterien sind relevant für die Vergabe des Nachhaltigkeitspreises 2025 „Konstruktiver Aluminiumbau“:

  • Der Schwerpunkt der Bearbeitung liegt auf der Nachhaltigkeit, dem Recycling sowie der Wiederverwendung von Aluminium.
  • Im Weiteren soll die Kreislaufwirtschaft von Glas und die entsprechende Isolierung betrachtet werden.
  • Die konstruktive Betrachtung der Bearbeitung und die Möglichkeit, welche Handlungsschritte ein Metallbaubetrieb im Vorfeld beisteuern kann, soll in Form von konstruktiven Vorschlägen sowie alternativen Lösungsmöglichkeiten ausgearbeitet werden.

Die StudentInnen bearbeiten in jedem Jahrgang im 5. und 6. Semester ein oder zwei Bauvorhaben im Rahmen der konstruktiven Projektarbeit. Sie müssen die Aufgabe – analog zur Realität in Metallbauunternehmen – in drei Phasen bearbeiten: Angebot, technische Konstruktionsentwicklung und Arbeitsvorbereitung/Montageplanung. Dazu werden Gruppen mit je fünf Studierenden gebildet, in der sich ein Projektleiter vorrangig um Nachhaltigkeit kümmert.  Nach jeder Phase wird das Ergebnis der Gruppe vor Fachleuten präsentiert.

Die Bewertung der Präsentationen erfolgen durch Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons, den Dozenten Joachim Kübler, den langjährigen Lehrbeauftragten Friedrich Scharl sowie A|U|F-Vorstandsmitglied Walter Lonsinger. Die Abschlusspräsentation und eine einseitige Zusammenfassung müssen in Papierform und digital abgegeben werden, spätestens am Tag der Abschlusspräsentation.

„Nachhaltigkeit durch Design“ gewinnt Hauptpreis im Jahr 2024

Im Jahr 2024 wurden zwei Arbeitsgruppen mit dem Nachhaltigkeitspreis „Konstruktiver Aluminiumbau“ ausgezeichnet.  „Nachhaltigkeit durch Design“ war das Thema der Siegergruppe. Das sechsköpfige Team erhielt Urkunden und ein Preisgeld von je 300 Euro pro Person für ihre herausragende Arbeit zum Einfluss der Konstruktion auf die Nachhaltigkeit. Ihre Präsentation beeindruckte mit einem tiefgehenden Einblick in nachhaltiges Konstruktionsdesign. Die Studierenden untersuchten drei Hauptaspekte: die Langlebigkeit von Fassadenkonstruktionen, Design for Recycling und lösbare Verbindungen.

Die zweitplatzierte Gruppe wurde für ihr Projekt „Bauen für die Zukunft“ mit einem Preisgeld von 200 Euro pro Person belohnt. Sie erweiterten das vorgegebene Thema um innovative Materialansätze. Die Gruppe stellte unter anderem das Produkt Alucore vor, das durch sein geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit überzeugt. Besonders hervorgehoben wurden auch luftreinigende Textilien, die in Fassaden integriert werden können und aktiv zur Verbesserung der Luftqualität in städtischen Umgebungen beitragen.

Stärkung der Hochschulausbildung durch
Industriekooperation

In der Praxis werden bei der Projektierung von Sanierungsaufgaben immer häufiger schlüssige Nachhaltigkeitskonzepte vorausgesetzt. Die Studierenden der DHBW Mosbach werden durch die Teilnahme am Wettbewerb optimal auf diese Anforderungen vorbereitet. Sie erhalten die Gelegenheit, sich intensiv mit Nachhaltigkeit, Rohstoffsicherheit und dem geschlossenen Wertstoffkreislauf im Bereich Fenster, Türen und Fassaden auseinanderzusetzen. „Diese Kooperation macht es möglich, Recycling und Kreislaufwirtschaft erlebbar zu machen“, betont Studiendekanin Simons. Besuche auf den Projektbaustellen, bei Schrottverwertern und in Aluminiumrecycling-Werken sind nur ein Baustein. „Erst wenn man ein Projekt selber planen muss – hier noch im sicheren Lehrumfeld – muss man die konstruktiven Möglichkeiten einer nachhaltigen Planung intensiv betrachten und diskutieren.“

Foto von der Preisverleihung 2024

BU: Vorstandsmitglied Walter Lonsinger (l.) und Professorin Isabelle Simons (r.) übergaben die Preise persönlich an die Preisträgerinnen und Preisträger
(Foto: Fotoatelier Mosbach)

Foto: Walter Lonsinger

A|U|F-Vorstandsmitglied Walter Lonsinger bei einer Seminar-Veranstaltung für Studierende der DHBW Mosbach (Foto: A|U|F)

Foto Gruppe:

Walter Lonsinger (l.), Prof. Dr.-Ing. Isabelle Simons und Prof. Dr. Max Mühlhäuser, Dekan Fakultät Technik (DHBW) Mosbach (Foto: A|U|F)

Gemeinsame Aktion für eine nachhaltige Zukunft

Der Weg zur zirkulären Wertschöpfung bei Altfenstern

Berlin, Bonn, Frankfurt u.a., 22. April 2025 – Die wesentlichen deutschen Verbände und Organisationen der Fensterbranche haben sich zusammengeschlossen, um in einer dreistufigen Studie ein Mengenszenario und das Abfall- und Recyclingpotenzial von Altfenstern in Deutschland zu analysieren. Die ersten beiden Teile wurden jetzt fertiggestellt. In einer späteren Untersuchung sollen dann noch konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Logistik- und Recyclingprozesse für alle Fensterkomponenten und Rahmenmaterialien sowie ein Herstellerbezug erarbeitet werden.

Der erste Schritt dazu wurde bereits umgesetzt und ein Abfallmengenszenario ermittelt (wir berichteten im September 2023). Demnach fielen im Jahr 2022 in Deutschland bei Rückbau-und (energetischen) Sanierungsmaßnahmen von Gebäuden etwa 10 Millionen Einheiten
Altfenster an, was einer Gesamtmenge von 460.000 bis 480.000 Tonnen entspricht. Derzeit ergeben sich aus dem Gebäudebestand die höchsten Rückbaumengen im Bereich der Holzfenster. Da jedoch in den letzten 20-30 Jahren zunehmend Kunststoff- und Aluminiumfenster eingebaut wurden und diese Rahmenanteile derzeit einen Anteil von bis zu 70 % des Gesamtmarktes haben, wird in Zukunft ein Anstieg der Altfenstermengen aus diesen Materialien gegeben sein.

Nun wurde in einem weiteren Schritt das Recyclingpotenzial von Altfenstern identifiziert. Den Auftrag dazu vergaben die mitwirkenden Verbände und Organisationen an das Institut für Infrastruktur∙ Wasser ∙ Ressourcen ∙ Umwelt (IWARU) unter der Leitung von Frau Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme. Das Institut analysierte die aktuellen Erfassungs- und Logistikprozesse sowie die Verwertungswege für Altfenster und deren Komponenten. Aufgrund der Ergebnisse (siehe Anlage) konnten Optimierungspotenziale und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. „Insgesamt zeigt der Bericht, dass in der Fensterbranche erhebliche Potenziale zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zur Verbesserung der Recyclingquoten vorhanden sind – vorausgesetzt, es gelingt, die bestehenden Prozesse und Strukturen weiter zu optimieren und besser zu koordinieren“, sagt VFF-Geschäftsführer Frank Lange.

Sortenreinheit teilweise gegeben

In der gegenwärtigen Praxis zeigte sich, dass die beim Gebäuderückbau anfallenden Altfenster von Abbruchunternehmen oft maschinell mit der Fassade abgebrochen werden, was zu Verschmutzungen und Kontaminationen führt. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen tauschen dagegen zumeist Fensterbau- und Montagebetriebe die Fenster aus. Die Altfenster werden dabei direkt an der Baustelle oder auf den Betriebshöfen der ausführenden Unternehmen gesammelt oder bei Sammelstellen abgegeben. Das führt zu einer höheren Sortenreinheit der Abfälle.

Rund 54 % der im Jahr 2023 in Deutschland angefallenen Aluminiumschrotte wurden über das System der Recyclinginitiative A|U|F erfasst. So wird bereits ein erheblicher Anteil von Aluminium aus dem Hochbau im Kreislauf geführt. Der hohe monetäre Wert von Aluminium und die guten Recyclingeigenschaften führen jedoch häufig dazu, dass es direkt an Schrotthändler verkauft oder ins Ausland exportiert wird, wodurch es für den geschlossenen Recyclingkreislauf – und damit auch für Fensterprofile – verloren geht. „Unsere größte Aufgabe ist es, die Kreislaufwirtschaft zum Tagesgeschäft zu machen, um Aluminium auch im Kreislauf unserer Branche zu halten“, sagt Thomas Lauritzen, Vorstandsvorsitzender von AIUIF e. V..

Sortenrein erfasstes PVC aus Kunststofffenstern wird aufgrund der etablierten Aufbereitungsinfrastruktur und der Recyclinginitiative Rewindo werkstofflich verwertet. „Durch aktuelle umweltpolitische Maßnahmen ist ein wichtiger Aspekt bei der energetischen Sanierung und dem Rückbau – der umweltfreundliche, ressourceneffiziente und klimaschonende Umgang mit Bauabfällen – in den Fokus gerückt. Der Gesetzgeber hat klare Präferenzen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft formuliert. Sie finden sich in der Gewerbeabfallverordnung, der Bauproduktenverordnung, der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) sowie auf europäischer Ebene in der Circular Plastics Alliance (CPA)“, betont Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Im Jahr 2022 wurden circa 64 % der anfallenden Kunststoffprofile aus Fenstern, Rollläden und Türen über das Rewindo- System erfasst. Das Regranulat wird anschließend für neue Fensterprofile genutzt und aufgrund der Anforderungen an die Oberflächenqualität im Kern von Fensterrahmen eingesetzt. Werden Kunststofffenster über den Baumischabfall entsorgt, erfolgt eine energetische Verwertung. Diese Mengen gehen dem Recycling verloren.

Rewindo und A|U|F agieren als Vermittler zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche. Die Studienergebnisse zeigen, dass diese Systeme bei Fensterbau- und Montagebetrieben, aber auch bei einer Vielzahl von Entsorgungsunternehmen, etabliert sind. Bei Abbruchunternehmen, Architekten und Architektinnen, Dachdeckerbetrieben sowie Projektentwicklerfirmen sind sie dagegen noch weitgehend unbekannt. Diverser sieht dagegen die Lage bei Holzfenstern und dem Flachglas aus. Das Rahmenmaterial von Holzfenstern, die i. d. R. mit Holzschutzmitteln behandelt wurden, darf in Deutschland nicht stofflich, sondern muss thermisch verwertet werden. „Mangelnde Daten zur Art und Menge der Holzschutzmittel im Fensterbestand hemmen die Kreislaufführung von Holzfenstern. Hier müssen wir ansetzen, um neue Wege für die stoffliche Verwertung von altem Fensterholz zu schaffen“, erläutert Pro Holzfenster-Geschäftsführer Kai Pless.

Je nach Annahmebedingungen des Entsorgungsunternehmens wird das Glas vorab aus dem Rahmen entfernt. Anschließend werden die befüllten Container in entsprechende Aufbereitungsanlagen verbracht. Geschieht dies auf der Baustelle, wird es mit der mineralischen Fraktion verwertet und kommt als Sekundärbaustoff wieder zum Einsatz. Werden Fenster komplett einer Aufbereitung zugeführt, wird das Glas aussortiert und soweit möglich dem Flachglasrecycling zugeführt. Der überwiegende Teil wird jedoch nach einem mehrstufigen Aufbereitungsprozess in der Hohlglas- und Glasperlenindustrie oder als Dämmmaterial verwertet. Dazu sagt Jochen Grönegräs, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas: „Alle Glashersteller würden gern mehr Scherben in ihrer Produktion einsetzen. Die Qualitätsanforderungen dafür sind aber so hoch, dass Post- Consumer-Scherben sie mit den heutigen Recyclingmethoden meist nicht erfüllen können. Hier müssen neue Wege für ein werterhaltendes Handling der Scherben während des gesamten Recycling-Prozesses gefunden werden.“

Die metallhaltigen Fraktionen, wie Fensterbeschläge und Armierungen aus dem PVC- Rahmen, werden bei der Aufbereitung von Altfenstern aussortiert und stofflich verwertet. Dieses Recyclingmaterial gelangt jedoch nicht direkt in die Beschlagindustrie zurück.

Auch die Wiederverwendung von Fenstern und deren Komponenten wurde untersucht. Allerdings wird diese in der Praxis kaum angewendet, weil die regelmäßig steigenden Anforderungen an Fenster(komponenten) und der damit zunehmende technische Fortschritt gegen eine Wiederverwendung sprechen.

Ökobilanzielle Faktoren

Aus der Ökobilanz geht hervor, dass bei allen drei Rahmenmaterialien die Herstellungsphase die größte Umweltauswirkung ausübt, sieht man von der Nutzungsphase ab. Maßgeblich hier sind die Rohstoffe, insbesondere Aluminium und PVC. Bei Holzfenstern wirkt sich das im Holz gespeicherte Kohlendioxid positiv auf die Bewertung der Umweltwirkung Global Warming Potential (GWP) oder Treibhauspotenzial aus. Ferner trägt auch die Verglasung mit einem hohen Masseanteil am Fenster zur Bilanzierung bei. Beschläge weisen trotz ihres geringen Masseanteils einen vergleichsweise hohen Frischwasserverbrauch auf. „Diesen zu reduzieren, ist nicht nur ökologisch wünschenswert, sondern auch wirtschaftlich für die Beschlaghersteller von Vorteil. Wir vom Fachverband werden zusammen mit unseren Mitgliedern entsprechende Lösungen erarbeiten“, kommentiert Silke Koppers, Projektmanagerin beim FVSB.

Wie schon erwähnt, weist das Holzfenster in der Herstellungsphasen im Vergleich zu Kunststoff- und Aluminiumfenstern ein geringeres Treibhauspotenzial auf, allerdings werden in der End-of-Life-Phase auch keine Gutschriften erteilt, da Holzrahmen naturgemäß keine Rezyklate enthalten. PVC-Rahmen enthalten heute bereits mehr als 20 % PVC-Rezyklat, Aluminiumrahmen etwa 30 bis 40 %. Bei der Produktion von Flachglas werden etwa 20 bis 25 % Glasscherben eingesetzt. Eine Erhöhung der Rezyklatanteile bei PVC und Aluminium kann deutliche Einsparungen bei den CO2-Emissionen bewirken.

Optimierungspotenziale und Handlungsempfehlungen

Auf Basis der ausgewerteten Erkenntnisse wurden die folgenden Optimierungsansätze abgeleitet, die dazu beitragen können, die Kreislaufführung von Fenstern in der Praxis weiter zu verbessern:

• Vorhandene Netzwerke ausbauen, um die Bekanntheit der Rücknahmesysteme (Rewindo, A|U|F, etc.) zu steigern. Einführung eines Rücknahmesystems für Glas, das Glasscheiben in hoher Qualität sammelt und effizient verwertet.

• Fensterdemontage und die Rücknahmesysteme in Ausschreibungstexten und
Leistungsverzeichnissen bei Sanierungen sowie Rückbauvorhaben verbindlich verankern.

• Eine materialübergreifende Bündelung der Rücknahmesysteme könnte die Organisation für beteiligte Unternehmen erleichtern.

• Für die Verwertung von Holzfensterrahmen sind die tatsächlichen Belastungen durch Holzschutzmittel zu überprüfen (Datenmonitoring) und mit den Grenzwerten der Altholzkategorien der AltholzV zu vergleichen, um ggf. die Möglichkeit einer stofflichen Verwertung rechtlich zu verankern.

Auf diesen Ergebnissen aufbauend, soll im dritten Teil des Branchenprojektes erörtert werden, wie die Vorschläge praxisnah umgesetzt werden können. Ziel muss sein, den Recyclingprozess für Fenster und deren Komponenten zukunftsfähig zu machen. Die Kreislaufführung erfordert einen hohen logistischen Aufwand, auf der anderen Seite stehen Materialeffizienz und Klimaschutz durch CO2-Einsparungen. Angedacht ist auch, einen Ansatz für einen Herstellerbezug zu entwickeln. In diesem Zusammenhang können zukünftig (digitale) Produktpässe von Fenstern ein hilfreiches Instrument werden.

Die Fenster- und Türenbranche zusammen mit ihrer Zulieferindustrie hat eindrücklich gezeigt, dass sie bereits den Weg in die Kreislaufwirtschaft beschritten hat. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen geht sie darüber hinaus und erweitert somit ihre Verantwortung für das Produkt in allen Lebenszyklusphasen.

Hinweis
Bei der Betrachtung der ökobilanziellen Faktoren ist zu berücksichtigen, dass die zugrundeliegenden Referenzfenster aus der Massenbilanzierung der ersten Studie stammen und damit den heute durchschnittlich recycelten Altfenstern entsprechen. Neue Fenster erfordern üblicherweise mehr Materialeinsatz und es können sich abweichende Materialanteile der jeweiligen Komponenten ergeben. Des Weiteren wurde für alle Fensterkomponenten die gleiche Nutzungsdauer angenommen.

Basisinformation

Der Bausektor ist eine der ressourcenintensivsten Branchen in Deutschland und verbraucht etwa 60 % der natürlichen Ressourcen. Im Jahr 2022 fielen rund 400 Millionen Tonnen Abfall an, wovon rund 54 % meist mineralische Bau- und Abbruchabfälle ausmachten. Angesichts von Materialknappheit, Lieferengpässen, steigenden Materialpreisen und erhöhten Entsorgungskosten besteht auch im Bausektor die Notwendigkeit, die Kreislaufwirtschaft weiter voranzubringen. Ein wesentliches Ziel hierbei ist es, geschlossene Materialkreisläufe zu etablieren, um Ressourcen effizienter zu nutzen und Abfälle zu minimieren. In diesem Kontext stellt auch das Bauteil Fenster einen bedeutenden Stoffstrom dar. Fenster bestehen aus unterschiedlichen Komponenten und Materialien: Rahmen (Kunststoff, Aluminium oder Holz), Glas, Beschläge und Dichtungen.

Derzeit werden die beim Gebäuderückbau anfallenden Altfenster von Abbruchunternehmen oft maschinell mit der Fassade abgebrochen.

Bildmaterial:
Abdruck honorarfrei, Bildquelle: Verbände und Organisationen der Fensterbranche

Anlage:

Kurzfassung Ergebnisbericht: Umsetzung der zirkulären Wertschöpfung bei Altfenstern

Kontakt:
Silke Koppers
Referentin für Kommunikation und Projektmanagement
Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e. V.
Offerstr. 12, 42551 Velbert
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