Aluminium: Urbaner Rohstoff als Schlüssel für Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit
A|U|F – Partner im geschlossenen
Aluminiumkreislauf
Frankfurt am Main, Januar 2026 – Aluminium aus dem Baubereich ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Bauwirtschaft und gewinnt angesichts steigender Klimaschutzanforderungen, wachsender Sanierungsaktivitäten und zunehmender Rohstoffknappheit weiter an Bedeutung. Als nahezu verlustfrei und energieeffizient recycelbarer Werkstoff eignet sich Aluminium in besonderer Weise für geschlossene Wertstoffkreisläufe. Die Recyclinginitiative A|U|F e. V. (Aluminium und Umwelt im Fenster- und Fassadenbau) engagiert sich seit über 30 Jahren dafür, Aluminium aus Bauanwendungen dauerhaft im Kreislauf zu führen – mit messbaren ökologischen und ökonomischen Effekten.
Insgesamt fallen im deutschen Hochbau jährlich etwa 130.000 Tonnen Aluminiumschrott an – ein enormes Potenzial für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und eine resilientere Rohstoffversorgung. Bereits heute wird mehr als die Hälfte der in Deutschland anfallenden Aluminiumschrotte aus dem Hochbaubereich über den A|U|F erfasst und besonders nachhaltig recycelt. Unterstützt wird die Initiative von Rückbauunternehmen, Metallbauern, industriellen Systemhäusern, Architekturbüros sowie zertifizierten Umwelt- und Recyclingpartnern. Mittlerweile hat der Verein ein bundesweites Netz aus über 250 Mitgliedern und 17 Sammelpartnern aufgebaut. Darüber werden Alt-Aluminium aus dem Gebäuderückbau (Post-Consumer) und Fertigungsreste (Pre-Consumer) erfasst, aufbereitet und dem Kreislauf dokumentiert zugeführt. Im Jahr 2024 gelangten über den A|U|F rund 75.000 Tonnen Aluminium zurück in den Stoffkreislauf – etwa 65 Prozent davon Post-Consumer-Schrotte aus Rückbau-, Entkernungs- und Demontageprojekten. Dadurch wurden ca. 400.000 to CO2 eingespart.
Revitalisierung wird zum Zukunftsmarkt
Mit dem steigenden Fokus auf Sanierung und Revitalisierung von Bestandsgebäuden rückt die Bewertung von Baustoffen unter Nachhaltigkeitsaspekten zunehmend in den Mittelpunkt. Für Architektinnen und Architekten, Bauherren und Kommunen gewinnen Kriterien wie Ressourceneffizienz, Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit stetig an Bedeutung. Öffentliche Ausschreibungen und Investoren fordern immer häufiger konkrete Nachweise zur Kreislaufwirtschaft.
Aluminium bietet hierfür überzeugende Argumente: Der Werkstoff lässt sich ohne Qualitätsverluste und mit einem Bruchteil des Energieaufwands gegenüber der Primärerzeugung nahezu unbegrenzt wiederverwerten. Damit trägt Aluminiumrecycling nicht nur zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei, sondern schont zugleich natürliche Ressourcen und stärkt die industrielle Wertschöpfung in Europa.
Der Kreislauf beginnt bei der Planung
„Das Recycling beginnt nicht erst am Ende des Lebenszyklus, sondern bereits bei der Planung neuer Bauprojekte und beim Rückbau bestehender Gebäude“, erklärt Thomas Lauritzen, Vorstandsvorsitzender des A|U|F. „Unsere Städte sind die Rohstofflager der Zukunft. Im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes gilt es, diesen Schatz systematisch zu heben.“
Architektinnen und Architekten nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Durch Materialwahl, konstruktive Ausführung und die Vorgaben in Ausschreibungen entscheiden sie maßgeblich darüber, ob Fenster, Türen und Fassaden später sortenrein demontiert und hochwertig recycelt werden können. Werden Recycling und Rückbaubarkeit verbindlich in Vergabeunterlagen festgeschrieben, entsteht die Grundlage für eine nachhaltige Revitalisierung der Gebäudesubstanz. Gleichzeitig eröffnen sich für Planer neue Leistungsfelder rund um zirkuläres Bauen.
Der A|U|F unterstützt diese Entwicklung unter anderem mit praxisnahen Ausschreibungstexten, Informationsmaterialien und individueller Beratung. Ziel ist es, den geschlossenen Wertstoffkreislauf im Bauwesen weiter zu stärken und den Anteil von Sekundäraluminium in neuen Bauprodukten kontinuierlich zu erhöhen.
Moderne Technik für hochwertige Recyclate
Die gesammelten Aluminiumschrotte werden in zertifizierten Betrieben nach höchsten technologischen Standards aufbereitet. Nach dem Zerkleinern werden Lacke und Fremdmaterialien entfernt und die Materialien mithilfe moderner Sortier- und Laser-Technologien analysiert und getrennt. So entstehen sortenreine Aluminiumqualitäten, die an deutsche und europäische Gießereien geliefert werden. Dort werden sie zu neuen Pressbolzen verarbeitet, aus denen Strangpressunternehmen hochwertige Profile herstellen. Diese fließen wiederum in die Produktion neuer Fenster-, Tür- und Fassadensysteme ein – ein geschlossener Kreislauf ohne Qualitätsverluste.
Recycling als Beitrag zur Rohstoffsicherung
Die aktuelle Rohstoffsituation bekräftigt das A|U|F-Engagement zusätzlich: In den nächsten Jahren ist mit einer massiv ansteigenden Nachfrage nach Aluminiumschrotten zu rechnen. Die Rücklauf- und Sammelquoten werden zudem steigen, davon gehen Fachleute aus. In einer neuen Ära globaler Zölle werden die Lieferketten aber immer volatiler. Aktuell drohen dramatische Folgen wegen der neu in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium. Während Primäraluminium und aluminiumintensive Produkte mit hohen Zöllen von 50% belegt werden, liegen die Zölle für Aluminiumschrotte bei moderaten 15%. Das kann fatale Folgen für den europäischen Markt haben: US-Unternehmen kaufen Schrotte zu Höchstpreisen an, was zu einer zunehmenden Verknappung in Deutschland und Europa führen kann. „Deshalb versuchen wir zusammen mit unseren Mitgliedern aktiv, die am Weltmarkt stark nachgefragten Knetlegierungen für den Baubereich in Deutschland und Europa zu sichern“, so Thomas Lauritzen. „Gebrauchtes Aluminium ist eine wertvolle Rohstoffquelle zur Metallversorgung der verarbeitenden Betriebe, gerade in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland,“ betont Thomas Lauritzen, der sich in vielen Gremien für die Ziele der A|U|F engagiert. Seine Erfahrung: Viele Entscheider sind keineswegs ausreichend über die spezifischen Vorteile dieses Wertstoffes informiert. Deshalb ist er auf vielen Branchenveranstaltungen und Messen präsent, um über die Ziele der A|U|F und die Möglichkeiten des Werkstoff Aluminiums zu informieren.
Herausforderungen und Zukunftsthemen
Trotz der hohen Effizienz des bestehenden Recyclingsystems bestehen weiterhin Herausforderungen. Komplexe Materialverbunde, eine große Vielfalt an Legierungen sowie nicht recyclinggerecht konstruierte Produkte erschweren die Rückgewinnung sortenreiner Materialien. Zentrale Handlungsfelder sind daher Design for Recycling, die Standardisierung von Legierungen sowie weitere technologische Innovationen in der Sortierung und Aufbereitung. „Unser Ziel ist es, die Klimaverträglichkeit von Bauprodukten weiter zu verbessern und die Energie- und CO₂-Bilanz im Hochbau nachhaltig zu senken“, so Lauritzen abschließend. „Seit über drei Jahrzehnten zeigt der A|U|F, dass Kreislaufwirtschaft mit Aluminium funktioniert – und wir werden diesen Weg mit Nachdruck weiterverfolgen.“
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